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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1871-01-11 · 2 (11.1.1871) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1871)
Issue
2 (11.1.1871)
Date
1871-01-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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16 CiaciSMti. Der ,Z»raeltte' uamt jetzt de, Rcuoeu deedlen Manne«, welcher 10,000 Dollar depomrt hat, um sie der erst« in Amerika entstehend« Rabbtnerschule (Seminar, Faeultäy al« Trundeapital auSzuhLadigm. E» ist Henry Adler au« Lawrenceborg in Indiana. Notiz. — Der eben eingehende ,Jew. Mess.' vom 23. Deeember bringt die Nachricht, daß Herr Peixotto am 21. nach Europa abgereist ist. Er hat vor, in London, Berlin und Wim zu verweil«. Noch vor 14 Tag« las« wir statt Berlin — Tour«! Herr Peixotto hat vor seiner Abreise (wie die Leser im nächst« Blatte im Berfolge der (Korrespondenz au« Nord-Amerika sehm «erd«) in mehreren Hauptstadt« Amerika» Borttäge über die Mi>fion gehakt«, die er zum Wohl der rumänisch« Inden und der Tivilisation überhaupt übernommm hat. Er hat mthufiasti» schm Beifall gesund«, und die amerikanisch« Judm Hab« ihm Mittel zur Verfügung gestellt, wie um sie dazu Herz und Hand habm, — sie, gegen die wir hier zu Lande, rundweg gesagt, recht armselig sind. Aber auch Berlin kann viel thun, dmn daß die preuhische Regierung in Rumänim ei» schwerwiegende» Wort einlegm kann, wenn sie will, und daß zunächst die Berliner Judm die Regierung hierfür zu gewinn« such« müffm, ist klar. So tritt denn hier alsbald au die Gemeinde der Hauptstadt de» neuen deutschen Reich» eine Gelegenheit, wie fie nicht paffender gedacht werden könnte, heran, um zu zeig«, ob fie die Nufgade der jüdische» Haupt- Grmeiude Reudeutschland« »ersteht, fie zu erfüll« Einsicht, Will« und Jlraft hat. Zu allernächst wäre e» nothwmdig, durch di« Berliner polittschm Journale die Aufmerksamkett zu erweck« — auch da» kann nur an Ort und Stelle geschehe». Literaturbericht. Geschichte der biblisch« Literatur und de» jüdisch-hellmistischen Schriftthum», historisch und kritisch behandelt von 0r. Jul. Fürst, Profeffor an der Universität zu Leipzig. Verlag von Bernhard Tauchnitz, Leipzig. I. Bd. 490 S. 1867. II. Bd. 645 S. 1870. Di« «oder«, größftntheil» von christlich« Gelehrt« gepflegte Btbelkritik hat ualilngbar da» verständniß de« heilig« Buche» wesmtlich gefördert, Minner wie Ewald, Delitzsch, wie — H«ugft«derg (der Wahrheit di« Ehre auch gegenüber den«, die ihr nicht immer die »hre geben) haben mit feinfühlendem Sinne Schwierigkeit« entdeckt «ad gehob«; auch dl» Weise, di« Literatur« historisch zu bettachte», die Geschichte et«» Schriftmthnm« nicht al» ein« Reih« zusammenhangloser Daten, sondern al» et» organische« Ganz« zu fast«, war nicht «nsruchtbar für ei» tiefere« Erkenn« der ewig« Wahrheit, welch« in diese« Suche sich spiegelt. Aber aeb« dies« positiv« Resultat« hm besonder» dt« »freisinnige- Kritik Hypothesen zu Lage gefördert, die wir nicht anfteh« in da« Gebiet de» höhe« Humbug» zu verweisen. Da giebt «» Exegeftu, di« au» einem schlicht« Verse mit einer für gewöhulich« Gterbklch« unsäglichen Spürkrast haarklein eruirtt», wo möglich zu welcher Tageszeit der Prophet ihn ausgesproch« hatte; di« Propheteugab«, die sie einem Jesaja» au» »Freist»»« absprach«, schtm« seine Erklärer im Uebermag zu besitzen. Da im lustig« Reiche der Phantast« und der Erfindung Jeder de« Fluge der eigen« Imagination sich ungestört hiagebe» darf, so hat jeder bedentende dieser Exeget« seine aparte Weil heil und Wahrheit, seine aparte Schule. Die geg« jede» Resultat der Wissenschaft sich schroff abweisend verhaltende Orthodoxie hat, wa» di« Exegese anbetrifft, ihr« Stärke, in der Schwäche, in der maßlose» Negativ« und Willkür der Gegner. Amh di« Urbeft von Fürst leidet aufere» Dafürhalten» an der lleberfülle unerwftseuer Hyopthese», an de« Bestreb«, den historisch« Le« in'» Sagenhaft« «nfznlls« uud z» verflüchtigen, vrancht dieser ke»«ft»igrrich«, geistvoll« und scharfsinnige Gelehrte, der «in« so reich» Schatz von wiff« besitz«, gewiffer» mag« »»leih« bet seiner Phantast« z» mach«? Lrotz »er gelehrt« Nachweise konnte» wir bei manch« Partien, besonder» de» erst« vande», bei Eftchrack nicht lb» werden, al» Hab« der hochgeschätzte Herr vrrsaffer dies« Dinge an» dem Finger gesogen. Wie 'bei« Homer «dlich di« Ansicht die Oderhand gewinnt, daß die Ep« einheitlich« Kunstwerke sind, wie Schiller «ft seinem Spotte geg« Wolf« haarspaltend« Scharfsinn «fängt Recht z» bekomm«, so wird «au «ch «ft der Zeft schon an» ästhetisch« Gründen aufhör« die biolisch« Bücher za zerreiße». So wenig aber wir un» «ch z» den Grundgedanken de» Her« Berfaffer» bekenn«, so «üff« wir dennoch gesteh«, daß dies« Büche, außerordenckich reich find « iatereff«,« Notizen, « «reffende» Bemerkungen, daß «ch sie ein Denkmal de» Scharfsinn» und der umfaffeud«, fast erstaunlich« Gelehrsamkeft ihre» Autor« sind. Wer e» »ersteht di« Spreu vom Weizen zu scheid«, der wird reich« Belehrung selbst au« der Hyperkritik Fürst'» schöpf«; dft Jrrthümer eine« tüchtig« Kopse« sind immer noch lehrreicher al» die platt« Wahrheit« eine» mittelmäßigen. E» ist cnm grtno Mlii schon richtig: mal» eam l'Iattm« «rrnr« gnnm enm «otori» rer» oog»«o,r». Denn der Jrrthu» eine» scharf«. Geiste» ttägt zumeist da» Heilmittel in sich selbst. Und überdie« ist da» Fürst'sche Buch gleichsam eia Lomp«dium der freifianigm Bibelkritik; wer als» dft ganze Freud« znsammeuhab« will, der greife »ach dftfem Werke, da» übrigen» sein« in der Vorrede autgefvrvchenea Zweck, dft Popalarisirung der vibelstudi«, nicht erreich« wird. Da» deutsche Volk lieft keine zwei Bände Bibelstndftn, «ch dann nicht, wenn nicht, jwft bei dem Fürst'sche» Werke, noch einer oder gar zwei Binde in Aussicht steh«. — Aber die deutsch« Ori«talist« und Theologen werden »ft dft zahlreich« «der« Arbeiten so auch diese mit gebührender Hochachtung entgegennehmm und prüf«. Z. Wir bringen folgenden Aufruf, mit unserer best« Empfehlung begftfter, zum Abdruck: Seft ca. 8 Jahr« besteht in Lyck der Verein Mekize Sstirdamttn zur Förderung der hebräisch« Literatur untt' Leitung der Herr« Mose» MoMefiore. Barvnet in Rauitgate (England), vr. Albert Eoha in Pari», vr. Löwe in Broadftair» nnd Rabbiner L. Dilbermann in Lyck. Der Verein, der den Zweck verfolgt, 1. »rerlhvollk alte hebräisch« Werft, — namentlich sephardischer Luwrea,— welche noch gar nicht gedruckt sin», »der 2. bereit» vor langer Zeit ged«ckt, jedoch nur noch in sehr wenigen thrne« Exemplar« Vorhand« sind; endlich in letzter Reihe 3. hebräische Werft ftd«der Schriftsteller herau»zw;eb«, hat in d« bisherig« 3 Jahrgängen eine Reihe v« Werft» bed«t«ter Autor« veröffmtlicht, so d« I. Theft de» „Divan" de» Juda Halevi mit Anmerkung« von Profeffer S.D. kuzattv in Padua, dft „Pesikta" mft Eommmtar von S. Bub« in Lemberg, dft talmudisch« Eucyllopädie „Pachad Jizchak",d«Lomm«tar „Genesis Im re Scheser" von RaltaÜ Herz Wessely u. f. «. Obwohl dft Gediegeaheft und Reichhaltigkeit dieser Publikation« allseitig bekannt ist, so wird da» regelmäßige Erschein« der Jahrgänge noch immer dadurch gehindert, daß dft erforderliche Anzahl der Subscribenftu nicht rechtzeitig zusammenkvmmt. Um diesem Uebelftaude abzuhelsw, Hab« dft Leiter de« Verein« ein« durch freiwillige Vefträge zu bildend« Fond» gegründet, durch welch« dftselb« da» regelmäßige jährlich« Erscheiuea der Werft mft Sicherheit bewirk« können. Dft veittäge zu de« Fond« delanf« sich bi« jetzt erst auf ca. 400 Thlr., welcher geringe Settag selbstverständlich der Sache noch keine Sicherheft gewährt. Welche Hindernisse der Aulbreituug de« Verein» entgegm steh«, soll nicht verkannt werde»; e» ist die» nam«tlich der Umst«d, daß veft dft von de« Verein« herausgegtb«« Werft nicht versteh«. Die» darf jedoch ft in« Jtraeiiten von der llnterftlltzuag diese« Unternehmen« abhalt«. Wo e» sich uw Erhaltung nationaler Denkmäler der Vorzeit handelt, fällt d« Völkern and Regierungen ftin Opfer zu schwer; soll« dft Schätze der hebräisch« Litteratur allein ungehoben bleib«? wir socdem demnach zur reg« vetheilignng an dem vereme, da dft Werft zum viert« Jahrgang bereit» unter der Preffe sich befinden, durch Spender. zu dem Fond« und Subscription auf dft herauszugebend» Werke (Preis de» Jahrgang« 2 Thlr.) aus. Dft vefträge «hm« der Schatzmeister, Herr vaaquftr M. S. Magnus tu Königsberg i/Pr„ Insel Venedig Rr. I, so ßvft der uuftrzeichaeft Mitleiter de» Verein» entgegen. Lyck, d« iS. Dezember 1870. L. Siibermau». Lyck, Ostpreußen. verichttgnng. Ja der erst« Zeift der Rr. i lies Erstrebte» statt Erlebte«. S. 2d, Z. lb statt sag« lies frage». Briefkasten der Nedarttv». P. in I. Ihr« ftrterrff. kl. Abhandl. werde abdrucken» sobald der Ran» «» gestattet.

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