Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1870)
- Issue
- 14 (6.4.1870)
- Date
- 1870-04-06
- Page
- Seite 123 (sequence 7)
- Language
- German
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123 progresfisttschm Zwigmdialekttk, und Biele von de» Völker» de« > Lande« — d. h. die nach dem Ausspruch« eine« berühmte» Wiener Komiker« „mehr Volk alt Nation find" — onmno ßeberdetm fich wie strenggläubige Jude», denn die Furcht vor Solche» war auch auf sie gefalle». — Könne« «tr e» mm den Bonyharer Orthodox« verdeolm, wen« fie aä msjorem vei ssloriaw, zur Derherrltchuag diese« Purtmsptele« einen funketnageln«« ovoet 79 vom Stasiel lauf« ließ«, als fi« die fast buchstäblich« Reproduktion der schön« Purimlegende »u« dm Zeit» de« Extle» wahrgmomnun hatten? Die hochwetsm Aha«- veruffe de« ungarische» Landhauses sprach« ganz und gar wie ihr Uhuherr närrisch« Angedenken« t« 5. Lap., L 8, de« obmzittrtm Buche«: „Ihr aber schreibet über die Juden wie«» gutdünkt-in «rm Augm, im Ramm de« König«, und besiegelt e« mit dem Petschaft de« König« — obgleich ein Schreiben, dageschrieben ward im Ramm de« König«, und sancttontrt mit Königliche« Siegel, nicht widerrufm werd« sollte!" Jci! er hat fie redlich verdient, diese Purtmftmde, der »»erschrockme, glaubm»- starke Führer u»d Borkämpfer der Rachtwächtergllde meine« dämmerungstrimltch« Laterlande«, der Großrabbiarr jmei: Mutter t» Israel» R. Samuel Wolf Schreiber tn Presburg. Er hat ohne Bedmkm dargebracht auf dm Altar der Pietät, wie er und Biele «tt ihm die schöne Pietät so eigmthümlich »uffafsm — sein bpvn mm — und diese« Mal dm ganz«! Erttag der Purtm-Relraboth, und harrte getreulich au« in dem ttefmm Pest, bi« der Sieg vollständig errungm war. Run denn — der Mann ist und bleibt ein Unten«; e« dürft« ihm ta» nicht viele «achmachm, «ögm fie da« NVA2 ipprrb buihstäbltch htnnehmm oder fich damtt begnüg«, schärpmartig dm Betmantel um de» Raikm zu draptrm. Und da« war ein WoM und Lärm« in der Königgasse der Haupt- und Refidmzstab: Budapest, wie e« in dm Tag« deic traurig« Diaspora wohl nur viermal im Jahre zur Zeit de« Wollmarkte« stattzuhabm pflegte. Und dt« Hall« de« Gotteshaus««' im Orezy'fchm Gebäude »röhut« vor der Unzahl der Besucher, die fich noch vor der Thorsperre in dm abendlich« Alhaotsfim hinetuzwängm und htneinpferchm wollt» mit ihre« inbrünstig« Danke für da«, was der Herr und — Jokay «ndZsedmyt uad selbst der große Deak — für fie getha» und erwirkt halt«. — Wenn nun eine ftomrae (?) Gemeinde Rtederungarn« die Zuschrift eine« legal gewihltm Distrikt», präfidentm mit einem prächtig« Schreib« in aktjüdischer Sprach« erwidert und zum viel beliebt« prat dt« Stelle wählt: »snir svni wn ’icni' hu tvrbto fo hat da« offenbar sein« Berechtigung » poatariori, wie der fortschrittliche Kunstterminu« heißt. — Da Hab« Sie nun wieder eine Silhouette unserer zerfahren« Zustidld« in Ungarn. Männer, — und da« sah ich mit selbsteigen« Anger, — die ausschließlich nur noch mtt dir Rase möchte ich sag«, — «tt dem unverwüstlich« Raemtt>pu« — de« Iudenthum an gehör«, in der« Hause vom größtm bi« pm kleinsten ihrer Sprößlinge herab jede auch noch fo bedeutende »der rnbedmtmde RemÄtseenz an jüdische« Lesen grüadltch verwischt ist, — ft«» fich närrisch wie die Kinder über diese Schetnntederlage der Fortschrittspartei — und ftäzt man fi«: ,JBit kommt Ihr zu dieser Purimftmde?" so tisch« fie uns all' dm Abklatsch der beliebt« Oppofitionßblätter auf, die da faseln von gänzlicher Emanzipatt« alle» Kuituellm, oo» ReligtoMtfteihett, vom Herbetführ« de» rein«, ulttaabstrakten Dei»- mu« u. s. ». u. s. w. Gott behüte «n» vor unser« Frmndm, vor unser« Feinden «oll« «Ir un» selber schütz«. -Snemark. Aopenhage«, 18.März. <Orig.-8orresp.) Herr vr^)einemanu» bisher Oberlehrer der hiesig« Religion»fchule, wird un» zum Mat verlass«. Derselbe wird dir Leitung de» jiidisch« Unterrichte» an der von vr. Fel» in Hamburg gegründet« höher« Lürgerfchnle übernehmen. Herr vr. Hetnemarin genießt hier der allgemeinst« Achtung uad hat fich al» tüchtiger Lehrer bewährt; seine hebräische Ausbildung, wie seine allgmeinwiflenschastliche Befähigung sind über all« Zweifel ergaben. Wir sehm dies« liebentwürdigm und tüchttgm Mann dahrr mit vielem Bedauem au» unserer Mitte scheid«. E» ist der Sohn de» früher« Rabbiner» vr. Helneman»*) in Gotherbmg, Vltf, der seine Stellung aufgab, al» die Gemeinde Refi-rmm einführte, welche feiner Ueberzmgung zuwiderliefm, und der darauf von dem Gothmburzer Magistrate zum Direttoi der städtisch« Handelsschule unter Bewilligung aller Vergünstigung«, auf die ein orthodoxer Jude Anspruch mach« muß, geivählt wurde. Möge der Sohn, welcher dm ftommm Sinn un; die Befähigung seine» Bater» geerbt hat, in seiner n«m Stellung ebmso viele Freunde find«, wie er hier zurückläßt. *) Ierleide suagirte auch hier ln Stettin, al» M* Gemeuide »atz im Entstehen war, eiuige Jahre und fteht bei den au« jener Zeit noch Lednderi HP bi geehrtem Andenken. (fkt.) Literaturbericht. jnnpmW>, Die Prsach/Hagada mit vollstLndixem, s>rgfälttg durchgefehmem Text übersetzt u. erläut. von Vr. D. Lasset. Zweite, verbesserte Auflage. Verl. Poppelauer. 1870. Auch dl TextauSgabe mit dm hebr. Rot« ohne llebersetz rng. Buchdrucker und Buchhändler können aber alte» und Refmn-Jrde». tham treffliche ^chlenmäßige Aastchlllffe gebe». Mer» sprecheu rud l» ößelk lachen hört tc. Jahr auf Jahr bringt neue Auflagen und Avdgabe» der Hagada. vor etwa 2S Jahren gab k. Stein ein« reformirte Hagada — in mancher Bttziehuug recht gelungen und wahlgemeint — heran», ab »Won . Wihl savielExemplar« verkauft find, al« seitdem Auslage»; gewiß stirke, m» der aüen Hagada erschienen find? Stellte man di« Zissern zusau «er «der den Absatz der reformirte» Gebetbücher und de« alte» Siddtr, vielleicht find wieder aan manche« der erst««» Att nicht mehr Ex-utpla« fllr taar «erkauft, al» die Rödelheimer Siddurim!lufta;eu zähle». Lach wir wollen auf die Hagada ia» Lasse? a»fm«rtsa« uacheu. Sie iß wohl gelange«. Druck und Papier schön; Anmerkungen, deutsch', erläutern Ritual «ud Uebersetzuug, di« hebräische» gebe» Quellennachweis« ge» u. dgl. und find auch de« Gelehrten werrhvall. Li« Einleitung, etwa«' historisch- »tlchteru gehalten, ist gleichwahl zur Erklärung zweckdienlich. Laß nach Jahwsfrlft (d. h. »ach zwei Lagen!) eine »ea» Auflage »scheint, empßehU am best»». Briefkasten »er Redaetion MTlil. M „ittul Lehrer". Ich finde Ihr« Bem-rknug ehr beherzigeuswrrth und werde sehe» fllr Leute von schwachem Berlande ,«« beftude» A»«gab« zu "eranftalteu, warin Aarcdatea u. dgl. mü de» fllr fi« aöchige» „Rutzauwruöuugeu" »ersehe« «erden solle». Auch de» by» nützlich«» Lo» »er „Entrüstung" werde ich mir anzneignen fireder, »ielleicht lerne ich durch fleißige Lektüre Ihre« «latte« auch »och „gal brüllen." Daliren Sie übrigen» künftig nicht von Stettin, ich köimte soufi gtmbeu, «Sie machte» dir Bericht« selbst. — «ehre«» Aorresv. «waor, pps Ich höre, d h. lese Alle» wa» einläuft, die Lesw aber ziehen ctterU parilw, die Rachrichteu von den .großen" (Gemeinden) vor, daber bitte n« Gedild. — Metz, de» ,.Hc>kr. Lerntet“. Bei Empfang diese» werde» iüi geseiuu hckbem ich zu weit gehe. Ja »er besprochenen Angelegeuheft könnt« e» Ihne» so scheine». „Mewnrea not wen," richtig, «ber in gewiße» Dingen »och umgekehrt! Statute» können makello« klinge», ater die Männer —. Sie kenneu da» nicht so. Doch herzlichen Dank fllr Ihr Wohlwollen. — 8l rl, feem, par» bellum. Ich habe noch nicht gelernt uad wert,« vielleicht nicht Itrwn, «eia Blau von «einer Person zu trenne». Leute, mü »eien mich i» Wortwechsel einzulassea mir nicht coareniren könnte, «a.; ich auch in meinem Blatte «cht aagreisen, resp. angreisea lasten. Die Prinzipieu ja, aber di« Personen nicht, soweit sich'» irgend trennen und meide, läßt. — vr. v. Ihr Artikel über rvna ist durch da», wa», 0. Krankel schon ter 25 Jahren erschöpfend darüber gesagt hat, llbrrslüstig Leute, die eicht höre» «ollen, kan» man nicht belehre», und sllr di« andern ist e» schon oft gen»-, gcfgL