Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 10 (1.10.1911)
- Date
- 1911-10-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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mittelalterliche Leidenszeit der deutschen Juden 4. Aus den Tagen unserer Emanzipationskämpfe. 5. Der hohe Rabbi Lob in Sage und Geschichte — ein Kulturbild aus dem 16. Jahrhundert. 7. Symbole und Zeichen im Kulturleben der Menschheit. Rabb. Dr. Tänzer, Göppingen. Themata: 1. Die Zukunst des Judentums. 2. Der Jüngling in Bibel und Talmud. 3. Selbsterziehung. Dr. Alfred Wiener, Potsdam, Nauenerstr. 44. Thema: Volksleben im Lande der Bibel (mit Lichtbildern). Oberlehrer Dr. Eugen Wölbe, Berlin NW., Claudiusstr. 10. . Themata: 1. Major Burg, ein jüdischer Offizier. 2. Herzog Joseph von Naxos, ein jüdischer Fürst des 16. Jahrhunderts. 9. Sir Moses Montefiore. 4. Das Judentum vor dem Forum j des Weltkongresses für religiösen Fortschritt in Berlin 1910. 5. Das jüdische Erziehungswesen in alter und neuer Zeit. Rabb. Dr. Zlocisti, Pr.-Stargard. Themata: 1. Die Juden in der Wirtschaftsgeschichte des deutschen Mittelalters. 2. Das Gebot der Vaterlandsliebe im jüdischen Schrifttum. 9. Ludwig Philippson (Zum 100jährigen Jubiläum). Autzerdem haben eine Anzahl Herren Rabbiner und Lehrer sich bereit ertlärt, in ihren Nachbargemeinden hin und wieder Vorträge zu halten. z I Aus dem Rheinisch-Westfälischen Bezirksverbande. Die jüdischen Jugendvereine Esicn (ständiger Vorort), Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen und Oberhausen (dies sind die heute dem Rheinisch-Westfälischen Bezirksverband angeschlvssenen Vereine) haben sich zusammengeschlossen, um einen ständigen Konnex und Gedankenaustausch zu Pflegen, der bei den vielfachen Beziehungen der Städte im Jndustriebezirk leicht zu erniöglichen und durchaus wünschenswert ist. Es bleibt den einzelnen Vereinen unbenommen, sich auch deni in Cöln gegründeten westdeutschen Bezirksverband anzuschließen. Der erste Bezirkstag dieses Jahres fand in Essen, der zweite in Dortmund statt! ein dritter sollte im Juli in Bochum stattfinden, mußte aber leider im letzten Augenblick infolge Verhinderung der leitenden Bochumer Herren abgesagt werden. Dr. E. M. Nus unseren.Vereinen. Emde». DerMontefiore überreicht seinen Mitgliedern als Festesgabe je einen Band „Ewige Weisheit, Spruchpoesie des Talmud" von Max Weinberg, und gibt gleichzeitig den um viele neue Werke vermehrten Bibliothekskalalog heraus. Duisburg. Ter „Verein der jüdischen Jugend" kann mit Genugtuung auf das verflossene VI. Vereinsjahr zurückblicken. Die Mitglieder — ca. 100 aktive — haben sämtlich mit großem Interesse an allen Vereinsveranstaltungen teilgenommen. Gewöhnlich finden allmonatlich drei Vortrags-, ein Heimabend statt. Aus der Zahl der Borträge, die in unserem Verein gehalten wurden, erwähnen wir: Herr Dr. Cohn-Wiener, Berlin, über „Jüdische Künstler unserer Zeit"; Herr Rechtsanwalt Dr. Epstein, Duisburg, „Wie erziehen wir unfern Sohn Benjamin?"; Herr Rabb. Dr. Norden, Elberfeld, über „Die jüdische Gebetbuchfrage"; Herr Rabb. Dr. Neumark. Duisburg, „Die Wundererzählungen der Bibel"; Herr Paul Gottschalk, Köln, über Oskar Wilde. Von übrigen Veranstaltungen erwähnen wir: Die Feier, des V. Stiftungsfestes, an der ca. 250 Personen teilnahmen, ein Chanukka-, ein Purimfest, ein Heimabend unter Mitwirkung von Frl Käthe Rosenberg vom Schauspielhaus Düsseldorf, ein Vortragsabend, veranstaltet von Frau Rabb. Dr. Caro in Köln rc. rc. Ein Abend zugunsten eines brotlosen jüdischen Schauspielers führte diesem erhebliche Mittel zu. Die hiesige Gemeindeverwaltung hat unser Wirken durch eine freiwillige Erhöhung ihres Beitrages anerkannt. Während des Sommerhalbjahres ruht unsere Vereinstätigkeit. Wir hoffen, daß eS uns im kommenden Semester gelingen wird, alle, die bisher noch unserem Verein fernstanden, für unsere Ideale zu begeistern, so daß die Zahl der Mitglieder — und damit auch die Leistungsfähigkeit des Vereins — wachsen wird. Korrespondenzen werden erbeteil an: Herrn Eugen Kaufmann oder Herrn Referendar Dr. Rosenthal, beide Duisburg, Pulverweg. E. K. Jüdischer Jugendvcrci» Ltargirrd i. P. Geschäftsbericht für Winter 1910/11. Unser Verein wurde am 2l. November 1910 gegründet. Seine Entstehung verdankt er hauptsächlich der Agitation des Herrn Rabbiner Dr. Silberstein, der insbesondere auch die Gründungsversammlung einberufen hat. In dieser ersten Versammlung zeichneten sich sogleich 31 Herren und Damen in die ausgelegte Mitgliederliste ein. Der anerkeilnenswerten Begünstigung unseres Vereins durch die hiesige Bnei-Bcis- Loge „Pommerania" ist es zu verdauten, daß mir auch bald 43 außerordentliche Mitglieder bekamen, und so unser Verein heute 63 ordentliche und 43 außerordentliche Mitglieder hat. Den Vorsitz führte im vergangenen Geschäftsjahr Herr Referendar Preuß. Unsere regelmäßigen Vereinsabende fanden jeden Mittwoch statt und wurden durch Vorträge teils jüdischen, teils anderen Inhalts ausgefüllt. Die hauptsächlichsten waren folgende: Verbände und Vereinigungen innerhalb der jüdischen Judenheit (Dr. Silberstein), Heine's Buch der Lieder (Refc. Preuß), der Antisemilismus und die zu seiner Abwehr gegründeten Organisationen (Herr Ury). lieber deutsche Reichs- und preußische Staatsversassuug (Refr. Preuß), Die Emanzipation der Juden (Widmann), Sillü die Juden nur Kulturträger oder auch Kulturbringer? (llrift, Stammesgeschichie Israels (Dr. Silberstein), das Empfinde» (Widmann), die Juden im Heere (Meyer), Gabriel Rießec und seine Zeit (Leffer), das nationale Königtum (Dr. Silberstein). An einzelne Vorträge schlossen sich Diskussionen an. Leider haben sich aber bisher immer noch zu wenig Mitglieder an diesen Diskussionen beteiligt. Wenn diese aber in letzter Zeit einen sehr heftigen und mißlichen Charakter annahmen, so lag dies hauptsächlich an einer zionistischen Strömung innerhalb unseres Vereins, die sich gegenüber der Vereinsleitung bemerkbar machte, welche es sich gerade angelegen sein ließ, gemäß dem Neutralitätsprinzip jede zionistische Propaganda von unseren Vereinsamenden fern zu halten. Zu erwähnen ist noch, daß wir das Chanukkafest festlich begangen und auch ein Winterfest veranstaltel haben, welches sehr stark besucht und eine gute Propaganda für unfern Verein war. Für da« neue Geschäftsjahr (April 1911—April 1912) setzt sich der Vorstand unseres Vereins gemäß der ordentlichen Generalversammlung folgendermaßen zusammen: Referendar Preuß 1. Vorsitzender, Apoth. Baumann 2. Vorsitzender, Kantor Wildmann 1. Schriftführer, Frl. Michaelis 2. Schriftführerin, Herr Bernstein 1. Kassierer, Frl. Will 2. Kassiererin.. Vom 15. Juni bis 1. September hat sich unser Verein, vertagt- Referendar Preuß, 1. Vorsitzender. 1 i - i i i i?5