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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-03-01 · 3 (1.3.1911) · p. Seite 2

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
3 (1.3.1911)
Date
1911-03-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Für unsere Zirgend. (<-. «tut: „Mir unsere Jugend". Ein llntorhaltnngsbuch für israelitische Knaben und Mädchen mit Illustrationen und einem Verzeichnis ecklärungsbedürstiger Wörter, bemerkenswerter Ausdrücke und Eigennamen, Verlag von I. Kaufmann- Frankfurt a. M. 1911. 176 S. Preis: M. 8, gebd. Seit einer Reihe von Jahren wird in jüdischen Kreisen der Literatur der Jugendschriften größere Aufmerksamkeit zugewandt. Kommissionen sind von seiten des Verbandes der jüdischen Lchrervereine und der Grotzloge für Deutschland VIII 11. £). 33. 23. eingesetzt worden, die in edlem Wetteifer mit einander Hand in Hand gehen, um für unsere Jugend eine Literatur zu schaffen. Die Aufgaben dieser Kommissionen sind keineswegs leichte. Zunächst gilt es, aus der ungeheueren Zahl der allgemeinen Jugendschriften die herauszusuchen und zu finden, die de» von der „Jugendwarte", dem Organ der vereinigten deutschen Prüfungsausschüsse für Jugendschriften, ausgestellten Grundsätzen für die Beurteilung einer Jugendschrist entspreche». Ferner muffen die Bücher, die in d>n Verzeichnissen empfehlenswerter allgemeiner Jugendschriften aufgeführt sind, vom jüdischen Gesichtspunkte noch einmal geprüft werden, ob nicht das eine oder das andere Werk manches enthält, das das Ohr und das Herz eines jüdischen Kindes verletzen und sein Gemüt betrüben kann. Literarische Produkte, in denen Juden zum Objekte des Spottes und der Verhöhnung ausersehen sind, wie z. B. in manchen Erzählungen des sonst berühmten Jugendschriftstellers Johann Peter Hebel, müssen selbstverständlich von unserer Jugend ferngehalten werden. Ebenso scheiden für die jüdische Jugend Schriften aus, die die christliche Religion auf Kosten der jüdischen zu veiheirlichen suchen. — Und schließlich sind die jüdischen Jugendschiiftcn-Kointnissionen eingesetzt worden zur Beschaffung geignetcr Schriften, aus denen unsere Kinder Liebe und Bcgeiftciung für unseren Glauben und unsere ruhmreiche Geschichte schöpfen können, Schriften, die unserer Jugend von der Juden Leiden und Kämpfen, ihren Festen und Freuden, ihrer Hoffnung und ihrer Sehnsucht erzählen, Schriften, die unseren Söhnen und Töchtern den Wert und das Wesen des Judentums erschließen und sie zu t r e u e n A n h ä u g e r n unserer Glaubensgemeinschaft machen. Eine jüdische Jugendliteratur, wie sie eben mit einigen Strichen gezeichnet wurde, läßt sich aber nicht über Nacht aus dem Boden stampfen, zumal die Mittel für diesen edlen Zweck bei uns leider viel zu spärlich fließen, uni die Federn hervorragender Schriftsteller für uns in Bewegung setzen zu könne». — Wohl hat die Großloge nach jahrelangem Arbeiten vor einigen Monaten ein Verzeichnis empfehlenswerter Jugeudschriften heransgegeben und an fall sämtliche Gemeinden Deutschlands versandt, allein die Zahl der empfohlenen Bücher ist »och ziemlich gering.-Wir sind daher dem rührigen I u g e n d s ch r i f t e n - A u s s ch u ß der Vereinigung Israelitischer Religionslehrer und Lehrerinnen zu F r a n k f n r t a. M. zu aufrichtigem Danke verpflichtet für die schöne, wertvolle Gabe, die er mit seinem Unterhaltungsbuch für Knaben und Mädchen uns dargereicht, und mit der er die jüdische Jugendliteratur bereichert hat. Das Buch „Für unsere Jugend", dessen Redaktion in Händen des Reallehrers, Herrn E. Gut lag, zeugt von fleißigem Sammeln und Sichten, von guten! Geschmack und poetischem Verständnis: es enthält Erzählungen, Aufsätze, Biographien, Gedichte, Sprüche, Redensarten und Rätsel. Neben K. E. Franzos, Kompert, Dt, Lehmann, Julius Stettcnheim, Jacob Löwenberg sind auch nichtjüdische Autoren, wie Tolstoi, Gerok, Bodenstedt, Freiligrath u. a. m., mit Beiträgen vertreten. Der Umstand, daß jeder Beitrag ein abgeschlossenes Ganzes bildet, macht dieses Buch für die Jugend auch in gesundheitlicher Beziehung sehr wertvoll. Der junge Leser oder die junge Leserin werden das Buch nicht „verschlingen", sondern die einzelnen Stücke in Muße auf sich wirken lassen, so daß das Buch wirklich ein U n 1 e r h a lt u n g s b u ch werden wird. Das Gut'sche Buch ist in erster Lime für die reifende Jugend im Alter von 13 bis 16 Jahren berechnet. Es hat den großen Vorzug, daß die einzelneu Beiträge von ihren Autoren nicht für die Jugend geschrieben sind, darum kann ich es und will es mir gutem Gewissen für die reifere Jugend in unsere Vereinen empfehlen; es soll in keiner Bibliothek fehlen. — An den Abenden, an denen keine Vorträge abgehalten werden, könnten einzelne Stücke aus diesem Buche mit Nutzen vorgelesen und besprochen werden. Insbesondere dürfte dieses Buch an den gemeinsamen Freitagabenden gute Dienste leisten. — Wenn unsere Mitglieder diese Jugendschrift kenren gelernt habe», so werden sie sicherlich nicht verfehlen, ihre jüngeren Geschwister darauf aufmerksam zu machen, sowie auch die Eltern und Bekannten, die bei B a r m i z w a h - und Geburtstagsgeschenken gar oft in Verlegenheit sind, welche Bücher sie den Kindern kaufen sollen, darauf hinzuweisen. Für den schönen Druck, die vornehme und geschmackvolle Ausstattung sowie den verhältnismäßig niedrigen Preis sei dem Verleger ein besonderer Dank ausgesprochen. Dr. E. Kinkel. Avonriernenls-Kedirrgungeri. L Diese Zeitschrift kostet für Mitglieder der Verbandsvereine 30 Pfennig pro Quartal. II. Die Perdondsmitgiieder müssen das Klott dnrch ihren Uereinsnorstond desteUen; dieser tritt dem Verbände gegenüber als Abonnent ans. III. Für Nichtmitglieder betragt der Abonnementspreis 60 Pfennig pro (Hnnrtnl. IV. Nichtmitglieder beziehen das Blatt unmittelbar von der Geschäftsstelle, Berlin IV., Kleiststr. 12, oder durch die Post.

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