Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-10-01 · 6/8 (Oktober/Dezember 1919) · p. Seite 228

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
6/8 (Oktober/Dezember 1919)
Date
1919-10-01
Page
Seite 228 (sequence 68)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4926451-6352298-6352431--1978-4928065
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

228 müssen heute diese ganze Frage ohne weiteres absesen, weil eine-so wichtige Frage nicht aus dem Stegreif erledigt werden kann. (Sehr richtig!) Es ist eine Frage, die tatsächlich für den Verband von grundlegender Bedeutung ist. Meines Erachtens hätte eine derartige Statutenänderung — die liegt vor — unbedingt vorher beantragt iverden müssen; und aus dieseni Grunde niüssen wir die Sache heute von der Tagesordnung absctzen, sonst'müssen wir morgen einen besonderen Tag dafür ansetzen. Und ferner müssen wir überhaupt die Entwicklung der Dinge abwarten. Auch sachlich ist der Antrag viel zu verfrüht. Ich bitte, die Geschäftsordnungsdebatten durch besonderen Beschluß auszuschließen. Vorsitzender Isr. Apfel: Es hat sich niemand mehr zur Geschäftsordnung gemeldet. Es ist aber der Antrag auf Schluß der. Geschäftsordnungsdebatte gestellt worden. Ich lasse darüber abstimmen. Wer ist für Schluß der Geschäftsordnungsdebatte? — Ich bitte um die Gegenprobe. — Es ist fast Einstimmigkeit für den Schluß vorhanden. Jetzt kommen wir zlt dem Antrag Krontbach, die ga«ze Angelegenheit dein Verbandsvorstckdd als Material und zur Prüfung bis zur.Feststellung, wie sich die Sachlage in der nächsten Zeit entwickelt, zu überweisen. Wer für diesm Antrag ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Der Antrag ist mit allen gegen wenige Stimmen angenommen (Zuruf: Die ablehnenden Stimmen zählen!) — Es waren 3 oder 4 Stimmen, mehr waren es nicht. Rechtsanivalt Königsbcrger: (persönliche Bemerkung): Meine Damen und Herren, es entspricht an sich nicht meiner Art, heftig zu werden, durcl)aus nicht. (Oho!) Das werden alle meine Freunde und diejenigen, die mich kennen, bezeugen. Aber es wird mir wahrscheinlich keiner verdenken, daß mir schließlich einmal die Galle überlaufen kann, wenn man dieselben Erfahrungen, die man gestern gemacht hat, daß ^dcr Antrag nicht an die richtige Stelle gelangt ist, heute wieder macht, daß Herr l>r. Lange das Wort erhält, wahrend ich den Vorrang nach den Wortmeldungen gehabt habe und daß man später, als ich die Wortmeldung zur'Geschäftsordnung einreichte, auch wieder übersehen wurde. (Anmerkung des Stenographen: Sckiwer verständlich, da vom hinteren Ende des Saales gesprochen.) Ta möchte ich den einmal sehen, der mit Interesse der Sache folgt — und Sie wünsäien doch wahrscheinlich, daß wir her Sache mit Interesse folgen — und der -öcmn nicht heiß wird. Ten Ordnungsruf habe ich vielleicht sicherlich für den Ausdruck „Nichtswürdiger Formelkram" verdient, obwohl ich noch gar nicht weiß, wen ich getroffen habe. Wenn ich sage: das ist nichtswürdigcr Formelkram — das trifft keinen, obgleich ich bereit war, es vorhin loyal zurückzunehmen. Und Herr Dr. Apfel, den ich als sehr geschickten Verhandlungsleiter kenne und der mir hätte dazu Gelegenheit geben sollen, hat hierzu eine persönliche Bemerkung gemacht — ich will nicht scharf sein —, die mich aufs tiefste kränken mußte. Nachdem ich erkläre, daß mir persönlich das ganze Intermezzo leid tut, erwarte ich von der Loyalität des Herrn I>r. Apfel, daß er seine Bemerkung in bezug auf die gesellschaftliche Stellung gleichfalls zurücknimmt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.