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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-10-01 · 6/8 (Oktober/Dezember 1919) · p. Seite 224

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
6/8 (Oktober/Dezember 1919)
Date
1919-10-01
Page
Seite 224 (sequence 64)
Language
German
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224 l>r. Apfel: Ich bedauere es lebhaft, daß inan heute denselben Zündstoff (sehr richtig), den wir gestern hinweggeräumt haben, noch einmal in die Versammlung hineinwirft, (lebhafter Beifall), wobei ich selbstverständlich unterstelle, daß dies in bester Absicht geschieht. Zunächst erhebe ich als Mitglied des Berliner Jugendbundes den schärfsten Protest dagegen, daß einige Delegierte dieses Jugendbundes, dem anzugehören ich auch die Ehre habe, den Antrag eingebracht haben, ohne sich über eine derartige überaus wichtige Angelegenheit vorher mit ihrem Verein zu beraten (lebhafte Zustimmung). Es mnß darauf gehalten werden, daß Delegierte hier nur Anträge einbringen, die sie vorher entweder mit ihrem Verein besprochen haben, oder von denen sie mit Sicherheit annehmen können, daß ihr ganzer Verein hinter ihnen steht. (Lebhafte Zustimmung). Der Sinn der gestrigen Tagung war doch der, daß wir endlich einmal diese üblen Streitigkeiten hinweg räumen wollten, um den Boden für die praktische Arbeit zu ebnen. Gestern sind Sie eindringlich gebeten worden, denjenigen Kreisen des Zentralvereins, die uns sympathisch gegenüberstehen, den Mücken zu stärken. Wenn aber der Antrag des Herrn Pasch angenommen werden sollte, dann hätten wir von morgen ab das, was wir gerade im Interesse des Centralvereins vernreiden wollen, nämlich die große antizionistische um den Centralverein gruppierte Jugendbewegung. (Lebhafte Znstinunung.) Es hätten sich dann diejenigen unter Ihnen, die gleichzeitig in leitender Stelle bei beiden Organisationen' sind, zu überlegen, welck)er Organisation sie weiter dienen wollen (sehr richtig!). Selbst wenn manch einer von Ihnen dem Jugendverband den Vorzug geben würde, würden wir einen erheblichen Teil führender Mitglieder verlieren. (Sehr richtig!). Die Annahme dieses Antrages würde, um es knapp und deutlich zu sagen, unter den obwaltenden Umständen'die Sprengung des Verbandes bedeuten. (Lebhafte Zustimmung). Weiter: Wenn hier mit einer Aeußerung des Herrn Gcheimrat Älchs operiert wird, die er heute morgen in einem Privatgespräch zu Herrn Rechtsanwalt Pasch gemacht haben soll, so habe ich an und für sich keinen. Anlaß, mich mit Privatgesprächen auseinanderzusetzen. (Lebhafte Zussimmung). Aber dennoch werde ich, um endlich einmal eine Klärung der Sachlagb herbeizuführen, im Vorstand des Zentralvereins eine klipp und klare Erklärung darüber verlangen, ob der Zentralverein mit einer eignen Jugendvereinsbewegung trotz unserer gestrigen Beschlüsse uns in den Rücken fallen will. (Lebhafter Beifall). Ich kann es nicht annehmen. Sollte aber diese Antwort verneinend ausfallen, würde ich selbstverständlich sofort die persönlichen Konsequenzen ziehen (lebhafter Beifall). Zurufe: wir auch! Wir alle!). Der beste Ausweg aus diesen immer wiederkehrenden Erörterungen würde es sein, wenn alle anderen großen Organisationen und zwar bie orthodoxen, diekonservativen und liberalen Vereine, sowie auch die Zionisten Vertreter in unseren Vorstand delegieren. (Lebhafter Beifall.) Was das der Geist von gestern abend, daß wir heute noch einmal dieselbe Geschichte durchmachen wolltzn? Ich glaube nein! (Stürmischer Beifall).

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