Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 219 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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219 Sinne ist, ebenso wie-ich mich dagegen sträuben lvürde, »neust man irgend einer Parteiorganisation, die sich etwa zur Mitarbeit bei uns bereit erklären würde, es seien dies die Liberalen, die Orthodoxen, die Zionisten oder die Mittelparterlichen — auch nur einen Sitz einräumen würde. Machen wir reinen Tisch! Entscheiden wir uns durch diese Abstimmung, die ich als eine "prinzipielle betrachte, dahin, daß wir nur solchen Organisationen eine Stimme in unserem Verbands- Vorstande einräumen, die auf dem Boden der Neutralität, wie wir sie verstehen, ihrerseits stehen! Ich werde deswegen sofort noch den weiteren Antrag einbringen — ich will ihn sofort formulieren, ich bringe ihn hiermit ein —, dann lveiter in, 8 3 'Nr: 4 noch zu sagen: Der Vorstand hat das Recht, auch anderen neutralen Organisafioner, eine beratende Stimnre einzuräumen, also das „neutral"' dort einzufügen. Dauiit schaffen »vir ganz klaren Tisch. Daß wir nebenbei den radikalen Zionisten einen sehr beliebten Angriffspunkt gegen it,'.:-' nehinen, steht für mich erst in zweiter Reihe. Es wird uns das immerhin nichts schaden. - - Jetzt aber nehme ich für mich das Recht in Anspruch, das etwa Herr Dr. Wolfheim als Zionist, Herr Levi als Orthodoxe für sich in Anspruch genommen hat: nun einmal von meinem Standpunkte aus zu sprechen, nämlich von dem eines liberalen Juden, der dem Centralverein sich angeschlossen hat. Auch dem Centralverein bringt die Verbindung mit dem jüdischen Jugendverbande nur Ungelegenheiten. (Sehr richtig!) Der Centralverein kann viel freier in seinen Aufgaben,'die mit deiren des Verbandes und der neutralen Jugendvereine eben nicht identisch sind, wenngleich sie sich in vielen Punkten berühren mögen, operieren, wenn er nicht durch irgend welche Verkoppelung mit dem Verbände der neutralen Jugendvereine gehindert ist. (Sehr richtig!) Herr Geheimrat Eugen Fuchs hat heute vormittag zu mir gesagt: Wir denken gar nicht daran, unsere Jugendbelvegung einzustellen (Hört! Hort!): so lange zionistische Jugendvereine bestehen, inüsten ivir das Gleiche tun. (Sehr richtig!) Und ich sage als liberaler Jude, als Mitglied des Centralvereins, ich sage als objektiv denkender Mensch: Damit hat Herr Geheimrat Eugen Fuchs und damit der Eentralvereinsvorstand, für den Herr Geheiinrat Eugen Fuchs ja doch diese Meinung ausspricht, vollständig recht. (Widerspruch. — Zustimmung.) So lange eine jüdische Partei, eine bestimmte jüdisch-politische oder nationale Auffassung in die zarteste Jugend hineinzutragen versucht und nicht ohne Erfolg hineinträgt, haben selbstverständlich die Vertreter anderer Anschauungen das Recht und das singendste Interesse daran, auch ihrerseits für Nachwuchs zu sorgen, um nicht der gegnerischen Richtung einseitig das Feld zu überlassen. Es ist daher meines Erachtens ein ganz unbilliges Verlangen - , das sage ich nun als liberaler Jude, als Mitglied des Centraldereins —, wenn hier die süddeutschen Verbandskollegen verlangen, man sollte an den Centralverein das Ansinnen richten, seine eigene Jugendbewegung aufzustecken und feisten Nachwuchs uns schlechthin zuzuführen. Das ist Sache des Centralvereins, und ich würde es bedauern, wenn der Centralverein das täte!