Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 190 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Der Kölner Antrag wegen der Verbreitung des Löfflerschen Referates, lieber Lppenheimer, deckt sich mit meinen Worten, ich darf ibn daher als erledigt betrachten. (Zustimmung.) Dann ein Antrag von Fritz Cohn-Katkowitz: „Ich beantrage, Herrn Dr. Löffler für die Statuten-Rcdaktions-Kommission zuzuwählen, da seine Anregungen und Gedanken für die Formulierung der positiv jüdischen Aufgaben höchst wesentlich sind." „Ich beantrage ferner Zuwahl von Dr. Jsi Kahn und Dr. - Lctrfin-Lcipzig." Meine Damen und Herren, dieser Fall als solck)cr ist erledigt. Wir können auch keine Debatte darüber herbciführen. Aber wir wollen der Anregung insofern gerecht werden, daß wir der Statuten- Kommission gestatten, diejenigen, die ihr geeignet dünken, zu kooptieren, und ihr diesen Antrag befürwortend weitergeben. (Zustimmung.) * Weiter ein Antrag: Stern-Hildesheim bittet, von einer Ausiprache über die beiden Referate abzusehen, da dieselbe nur eine Abfchwächung der Referate herbeiführt, deren Gesamtinbalt aber Wort für Wort unterschrieben werden könne. Das bedeutet parlamentarisch einen Antrag auf Schluß der Debatte, über den wir uns gleich nachher verständigen müssen. Dr. Wiener-Stettin zur Geschäftsordnung beantragt sofort Diskussion der Löfflerschen Referate. Dann Dr. Jsi Kahn bringt eine Entschließung ein: „Tie jüdische Jugend Deutschlands gibt auf ihrem 4. Delegiertentage ihrer tiefsten Empörung Ausdruck gegen die namentlich in letzter Zeit in schmählicher Weise wieder zunehmenden Taufen und die Austritte aus dem Judentum. Jüdische Glaubenslehre und -Inhalt ermöglichen es jedem denkenden Menschen, der altheiligen Fahne der Väter treu zu bleiben. Alle Gründe für die Taufen sind leere Ausflüchte, dazu bestimmt, die eigene Charakterlosigkeit und Feigheit zu übertünchen. Sie ruft alle Juden und Jüdinnen auf, in stolzer Liebe der Größe israelitischer Vergangenheit eingedenk zu sein und treu bei den ewigen Menschl>eitsidealen des Judentums in unauslöschlicher Liebe durchzuhalten." (Bravo!) Ich gebe jetzt einem Redner gegen und für den Schlußantrag das Wort. * Rabbiner Dr. Wiener-Stettin: Meine Damen und Herren, wir stehen alle unter dem Eindruck dieses Referats; und das gewaltige, idcalistil'ckie Pathos, das der Redner darin bekundet hat und das mehr als ein Pathos des Schlagworts, ein Pathos der Sache ist, klingt in uns allen wider. Aber ich möchte, ohne mit einem Mort gegen den Inhalt seiner Worte reden zu wollen, doch sagen, daß der erste Teil des Referats einer jüdisckicn Ergänzung unbedingt bedarf. (Sehr richtig!) -Dr. Wolsheim-Erfnrt (für Schluß): Meine Damen und Herren, ich spreche für den Schluß der Debatte, und aus folgendem Gründer