Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 6/8 (Oktober/Dezember 1919)
- Date
- 1919-10-01
- Page
- Seite 165 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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wählen, und da ist keiner geeigneter, als unser lieber Guttnrann- Ehemnitz. Wir Juden sind schon nach Io vielen Richtungen und Parteien nuanciert, uns nun auch noch nach sächsischen und schlesischen Juden zu nuancieren, geht etwas weit — aber immerhin! (Heiterkeit.) Dann liegen zu den 88 1 und 2 der Verbandssatzungen «ine ganze Menge Anträge, Entschließungen usw. vor, die erst einmal gesichtet werden müssen. Es handelt sich um Dutzende von Anträgen. Ich beantrage deshalb die Einsetzung einer Kommission, die über Mittag die zum Teil ja erledigten Anträge zu 88 1 und 2 der Satzungen sichtet und d^ Versammlung anläßlich der Beratung über die Satzungen berichtet, welche von diesen Anträgen durch die gestrige Abstimmung noch nicht erledigt sind. Diese Kommission soll also weiter nichts tun als formal prüfen, was ist erledigt, was nicht. Ich persönlich bin z. B. der Meinung, daß ein erheblicher Teil der vorliegenden An» träge (Rufe: alle! — Nein, nicht alle!) — ich persönlich bin der Meinung — da schreit schon einer: nein, ehe er weiß, was ich sagen will! (Große Heiterkeit) — also ich persönlich bin der Meinung, daß ein erheblicher Teil der gestern gestellten Anträge noch nicht erledigt ist durch die gestrige Abstimmung, sondern, daß wir über einen erheblichen Teil dieser Anträge nochmals beraten und Beschluß fassen müssen. Aber es ist doch besser, daß das eine Kommission einmal prüft, als daß wir uns hierüber in einer stundenlangen Geschästsordnungsdebatte ergehen. Ich würde empfehlen, nur eine kleine Kommission zu nehmen, und zwar hat man da gedacht an Herrn Kaufmann-Mannheim, Herrn Assessor Riechheimer-Stuttgart und dann an mich, weil ja die Anträge alle hier durch meine Hände gehen und weil ich als Leiter genau im Bild sein muß. Lehrer Stern-Hildesheim: Ich muß sagen, daß ich enttäuscht bin. Jchjhabe geglaubt, daß diese Frage vollkommen erledigt sei, und bin der Meinung,' daß ein überwiegender Teil der Delegiertenversammlung dasselbe meint. (Sehr richtig!) Vorsitzender Dr. Apfel: Herr Stern, Ihre Enttäuschung kann ich Ihnen nehmen. Daß natürlich die beiden ersten Satzungsparagraphen jetzt wie ein monumentum aere perennius feststehen, darüber ist kein Zweifel. Aber es ist Ihnen entgangen — und das ist Ihnen wirklich nicht zu . verübeln bei dem Wust von Anträgen —> daß eine Reihe von anderen Anträgen noch vorliegen, ich erwähne, z. B., daß der Antrag Süddeutschland gegen den Centralverein, daß alle diese Dinge in diese Materin mithi neinfallen und daß wir über Mittag feststellen müssen, was ist da noch zur Erledigung zu bringen. ES sind eine Reihe Resolutionen eingebrächt. Sie brauchen aber keine Angst zu haben, daß wir noch einmal die Materie behandeln, die uns gestern beschäftigt hat. Levi-Frankfurt: Ich bin der Ansicht, daß die Kommissionen, die jetzt ernannt worden sind, unmöglich so arbeiten können, wie es erforderlich wäre, da ich die Beobachtung gemacht habe, daß in diesen Kommissionen vielfach dieselben Persönlichkeiten vertreten sind. Wie ist eS z. B. denkbar, daß Herr Kaufmann-Mannheim und unser Herr 'Vorsitzender an allen diesen Kommissionen teilnehmen und richtig