Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 141 (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4926451-6352298-6352429--1888-4927976- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
141 Vorsitzender Ür. Apfel: Ehe ich nun zu meiner mir zugebilligten Rede schreite, mun ich noch ein paar Anträge bekanntgeben. Antrag vr. Ämdsberg-Wiesbaden zum Kongreßantrag des Verbandsvorstandes: „Wir beantragen: an beiden Stellen die Worte „Deutsche Juden" durch die Worte „in Deutschland ansässige Juden, die einer jüdischen Gemeinde in Deutschland angehören", zu ersetzen. Dann ein Antrag Heimann-Münster: 8 2 Absatz 1 möge dahin geändert werden, daß die Worte „vaterländische Gesinnung" durch die Worte „Heimat und Vaterlandsliebe" ersetzt werden. Antrag von l^abbiner vr. Neufeld zür Geschäftsordnung: „Da über Neutralität hinreichend gesprochen wurde, möge die Debatte hierüber geschlossen und nur noch über Kongreß und Palästina-Fragen gesprochen werden. Herr I>r. Neufeld, nach dem einstimmigen Beschluß der Versammlung muß dieser Antrag zurückgestellt werden, wenigstens bis nach meiner Rede. Wir hatten uns geeinigt, daß ich die in Betracht kommende Erklärung nach Herrn Kaufmann abgeben soll. Dann muß darüber abgestimmt werden. Weiter eine ^itschließung von vr. Regensburger: „Der Verbandstag erachtet auf Grund lOjähriger bewährter Arbeitserfahrungen nach wie vor für geboten, den satzungsmäßigen Rahstien für die Tätigkeit der jüdischen Jugendvereine möglichst weit! zu fassen und lediglich die politische und religiöse Neutralität alß Richtlinie. festzuhalten. Es muß den einzelnen Vereinen über assen bleiben, diesem Rahmen durch praktische Arbeit einen positiven Inhalt zu geben. Die Versc mmlung hält es deshalb nicht für nötig, selbstverständliche Gesichtspunkte dieser Vereinsarbeit in den Satzungen hervorzuheben, und betrachtet insbesondere die Forderung der Betonung des vaterländischen Aufgabenkreises derVerbandsarbeit, durch die heut: angenommene Entschließung über rege Mithilfe am Wiederauf iau Deutschlands als erledigt." Assessor Richh, imer-Stuttgart (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herre i, wir haben darüber zu sprechen, ob eine Aenderung des § 1 zulä sig ist oder nicht. Ich glaube, daß wir bei dieser Frage doch zu prü en haben, ob die alte Fassung der Satzungen das jetzt noch zuläßt. Kch weise darauf hin, daß die beiden Anträge, sowohl der Antrag d :s Herrn vr. Apfel, wie der Antrag vonr rheinischwestfälischen Bezir sverband, zurllckgenommen worden sind. Es ist lediglich ein neuer Antrag von Herrn vr. Apfel eingereicht worden.. Nun verweise ich auf 8 6 der Satzungen. Da heißt es: Anträge müssen — es heizt: müssen! — mindestens drei Wochen' vorher schriftlich bei dem Vorstande eingereicht werden. Dieser ist verpflichtet — ist verpflichtet, ein Muß! —, die eingegangenen Anträge vor der Delegiertenveisammlung durch das Verbandsorgan oder durch Rundschreiben bekanntzugeben." Es ist also die Sachlage die, daß I