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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-07-01 · 3/5 (Juli/September 1919) · p. Seite 101

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
3/5 (Juli/September 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 101 (sequence 53)
Language
German
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101 stimmung angenommen haben. Tort richtete sich unsere Forderung auf „Erzielung und Festigung des vaterländischen Gemeinschaftsgefühls", ein Ausdruck, der viel stärker ist. als die in 8 2 formulierte „Pflege vaterländischer Gesinnung". Es handelt sich hier also nicht um prinzipielle Gegensätze, sondern lediglich itmj formelle, praktische Fragen. Würde freilich einer von uns sagen, ich kenne keine vaterländische Gesinnung und auch unser Jugendverbqnd braucht von vaterländischer Gesinnung nichts zu wissen, dann wäre auf dieser Grundlage eine genieinsame Jugendbewegung füjr mich unmöglich. Das vaterländische Gemeinschaftsgefühl ist einej der Grundpfeiler unseres Verbandes, an dem ich nicht rütteln lasse! und der mir so fundamental erscheint, daß ich mit demjenigen, der! diese Grundlage aus sachlichem Gegensatz heraus verneint, gemeinsame Jugendarbeit nicht pflegen kann. Aber wie ^gesagt, es handelt sich für uns hier gar nicht um. sachliche Gegensätze, was uns trennt, ist eine rein taftische Frage. Meine Damen und Herren! Was ist denn eigentlich der Zweck des 8 2? Bjisher haben wir in unserer Satzung, eben in 8 f, immer nur gesagt, was wir nicht wollen. Wir haben lediglich das Negative ausgesprochesi, festgelegt, was der Verband nicht sein will. In.den meisten Vereinen, in denen ich in der letzten Zeit gewesen bin, ist es als ein ungeheurer Mangel empfunden worden, daß man ös bisher nicht verstanden hat, ein deutlich sichtbares Panier aufzurichten, der suchenden Jugend einen Wegweiser zu setzen, an den sie sich zu halten vermag. Bisher sagte unsere Satzung nur: Unsere Arbeit äilt nicht dem Zionissnus und auch nicht dem Antizionismus, wir ftnd nicht orthodox und auch nicht liberal, wir sind, soweit unsere Ajrbeit im Jugendvereih in Frage kommt, keines von alledem. (Zur^uf: Wir sind Indens Sehr wahr, aber eben das steht noch, nicht einmal in unserer Satzung. Teshalb, meine Damen und Herren, ist die Notwendigkeit gegeben, daß wir endlich das, lvas wir wollen und bisher in unseren Satzungen nicht ausgesprochen haben, positiv niederlegen. Ter neue 8 2 hat also keinen anderen Zweck, als neben der indirekten, negativen B-stimmung des 8 1 in direkter Formulierung zu bekennen, was wir wollen und was wir immer gewollt haben. Tenü, meine Tamen nnd! Herren, was in dem neuen 8 2 steht, haben wir auch immer gewogt. Und nun wird also gesagt, daß wir auch vaterländische Gesinnung pflegen sollen, mag sein; aber diese Forderung gehört nicht! in die Satzung, weil sie selbstverständlich sei. Meine Tamen und!Herren, von allen Seiten wird in dieser Zeit die besondere, historisch bedingte Eigenart des deutschen Juden anerkannt, auch von zionistischer Seite wird die 'Synthese von Teutschtum und Judentum betont. Gegenüber diesem unanfechtbaren Dualismus in uns wäre es eine sehr heikle Unvollständigkeit und Unaufrichtigkeit, wenn wir auf der einen Seite immer das Judentum, das uns doch auch selbstverständlich, mindestens ebenso selbstverständlich wie das Deutschtum jst, betonen und auf der anderen Seite unser Teutschtum absichtlich unter den Tisch fallen lassen. Und letzten Endes ist für

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