Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 3/5 (Juli/September 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 85 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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85 (Rufe: Oho! Nein!) Sie müssen doch so viel Disziplin haben, dah Sie einen Antrag anhören können. (Sehr richtig!) Tann liegt ein Antrag Dr. Löffler vor: „Vor Weib rführnng der Aussprache über den Willen zur Neutralität abstimmen zu lassen." Ich glaube, zu verstehen, was Dr. Löffler meint. Er will sagen, wir sollen von vornherein bekunden, daß wir neutral sein wollen. (Sehr richtig!) Herr Iw. Löffler, wenn wir jetzt über Ihren Geschäftsordnungsnntrag debattieren, befürchte ich, daß das eingeschränkt wird, t>as wir wirklich alle wollen. Ich glaube im Na.men der gesamten Versammlung fcststellen zu können — ich schließe mich ausdrücklich ein —, daß es unser aller Wunsch ist, die Neutralität aufrecht zu erhalten. (Beifall.) Tiefe Feststellung jetzt durck eine Abstinnnung zu treffen, Herr Di-. Löffler, hat gewisse Gefahren. Ich habe a»ch keine Rede gehört, aus der eine andere Auffassung sprach. Ich möchte Herrn Dr. Löffler bitten, den Antrag in der Form einzubringen, daß bei der Abstimmung in erster Linje die Neutralität festgestcllt wird. Dr. Löffler-Franksurt a. Main (zier Geschäftsordnung): Meine Tarnen und Herren! Ich möchte zur Begründung nur Folgendes ganz kurz sagen. - Ich möchte keineswegs die Aussprache über den Ach trag Dr. Apfelweinen § 2 neben § 1 einzuschalten, und die Aussprache darüber, welchel modifizierte Fassung etwa dieser 8 2 erhalten soll, unterbunden sehen. Ich meine aber, nachdem wir zum Beginn unserer heutigen Tagung nach der einen Richtung, nämlich, daß wir alle für die Wiedererstchung. Wiedererstarkung unseres Vaterlandes arbeiten wollen, Klarheit geschaffen haben, erscheint es mir nökig, daß wir auch üher den anderen Punkt, der uns allen am Herzen liegt, wie unser verehrter Herr Vorsitzender eben sagte, uns absolute Klarheit schaffen, llnd das kann nur geschehen durch eine einmütige Kundgebung der Versammlung. Tiefe Bekundung könnte durch einfaches Handhochheben erfolgen, wie beim ersten Antrag. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich bringe nunmehr den Antrag Dr. Löffler zur Abstimmung: „Vor Weiterführung der Aussprache über den Willen zur Neutralität abstinnnen zu lassen."" Wer für den Antrag ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. — Ich bitte um die Gegenprobe. (Zurufe: Abgelehnt I) Herr Dr. Löffler, da hier Zweifel darüber herrschen, ob.der Antrag angenommen worden ist oder nicht, befürchte ich, daß der Zweck Ihres Antrages, die Tebatte abzurürzen, verfehlt ist, da wir nun auszählen müssen, daß in dem Willen zur Neutralität keine Einmütigkeit besteht. Ich bitte Sie. den Antrag zurückzuziehen. Dr. Löffler-Frankfurt (zur Geschäftsordnung): Ich bedauere, Vorsitzende^ Dr. Apfel: Nein, Herr Dr. Löffler, Sie sind gründ-. (ich im Irrtum. Ueber den Willen zur Neutralität haben wir jetzt nicht abgesümnit, sondern nur darüber, ob wir gemäß Ihrer Geschäftsordnungsl-Anregung verfahren sollen. Damit hat keiner für oder gegen dis Neutralität gestimmt. (Sehr richtig!) Das kann