Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 252 (sequence 228)
- Language
- German
- Belongs to
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252 Soweit sind wir noch nicht. (Zurufe von Rechtsanwalt L’r. Königs' berger.) Wir erledigen unser ganzes Pensum möglichst schnell, dann kommt, falls die Zeit es noch erlaubt, die Erörterung über das Referat Lange und dann kommen Sie daran, Herr Dr. Königsberger, natürlich, sofern die Versammlung keinen Strich durch die Rechnung ,nacht. RechtsaMvalt Königsberger: Soll das ein Wink mit dem Zaunpfahl sein? (Große Unruhe.) Rechtsanwalt Kaufmann-Männheim: Meine Damen und Herren, ich bitte für einige Minuten um Ihre Aufmerksamkeit. Die Antragskommission hat angestrengt gearbeitet. Die Resultate sollen hier schnell erledigt lverden. Je konzentrierter Ihre Aufmerksamkeit ist, desto schneller sind wir fertig. Die Mehrzahl der Anträge kann als durch unsere bisherigen Beschlüsse erledigt ausgeschieden tverden. Es liegen pitt noch folgende Anträge vor: Ein Dringlichkeitsantrag Berlin: j „Per Delegiertentag hält den Anschluß studentischer Vereine, welche gemäß 8 1 der Satzungen des Verbandes keine bestimmte religiöse oder politische Richtung verfolgen, .... für wünschenswert, auch wenn an dem betreffenden Orte schon ein Verein besteht." (Zuruf: Nicht verstanden, noch einmal!) Der Anschluß akadeniischer Gruppen, die keine politische oder religiöse Richtung verfolgen, soll möglich sein, auch wenn an dem betreffenden Ort schon ein Ortsverein besteht, der nicht akademisch ist. Diese akademischen Gruppen sollen nur mit Zussimmung . . . (Anmerkung des Stenographen: Der tveitere Wortlaut des Antrages ist infolge Unruhe unverständlich) Meine Damen und Herren, das ist ein sehr heikles Thema, das nch sehr harmlos liest, mit dem aber wohl sehr schlechte Erftchrungen gemacht werden können. (Sehr richtig!) Die Kommission hat deS- < halb beschlossen, die Angelegenheit als Material zur beschleunigten Prüfung und Bearbeitung an den Vorstand zu überweisen. Dann liegt eine Resolution vr. Jsi Kahn vor: „Die jüdische Jugend Deutschlands gibt auf ihrem vierten Delegiertentag ihrer tiefsten Empörung Ausdruck gegen die namentlich in letzter Zeit in schmählicher Weise wieder zunehmenden Taufen und Austritte aus dem Judentum. Die jüdische Glaubenslehre ermöglicht es jedem denkenden Menschen, der altheiligen Fahne der Väter treu zu bleiben. Alle Gründe für die Taufe sind leere Ausflüchte, dazu bestimmt, die eigene Charakterlosigkeit und Feigheit zu übertünchen. Sie ruft alle Juden und Jüdinnen auf. in stolzer LiÄ>e der Größe jüdischer Vergangenheit eingedenk zu sein' und treu bei den ewigen Menschheitsidealen des Judentums in unauslöschlicher Liebe durchzuhalten." Meine Damen und Herren, unter dem Eindruck der heutigen Referate empfehle ick die einstimmige, debattelose Annahme dieser Resolution. (Bravo!)