Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 225 (sequence 201)
- Language
- German
- Belongs to
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226 Herr-Vr. Wolfheim sind Sie a^s Zionist durch meine Erklärung befriedigt? - 1>r. Wolfheim: Wenn der Zentralverein klipp und klar vo- Viese Erklärung gestellt wird. (Herr Rechtsanwalt Königsberger' verlangt durch Zwischenrufe das Wort). Stellvertr. Vorsitzender Rechtsanwalt Lichtenbrrg: Ich kann an sich niemand mehr für und gegen den Antrag das Wort geben. Wenn die Versammlung aber damit einverstanden ist! — (Lehhafte Rufe: Rein!). Es kommt nachher noch ein Antrag, zu dem Aeußerungen auch gemacht werden können. (Zwischenrufe von Rechtsanwalt Königs, berger):' Wir müssen doch parlamentarisch verfahren. Ich gebe ohne weiteres zu, daß Herr Königsberger sich gemeldet hatte vor Herrn Lehmann, daß ich das übersehen hatte und daß dafür Herr Lehmann, öer ja Gesimrungsgenosse von Herrn Königsberger ist, gesprochen hat. Ich kann aber den Irrtum, der hier durch das .Herandrängen zu entstanden ist, nicht korrigieren. (Rechtsanwalt Königsberger: Formelkram! Nichtswürdiger'Formelkram!). Wir kommen jetzt zur Abstimmung (Zuruf: Zur Ordnung rufen!) Meine Damen und.Herren, Sie können alles nachher Vorbringen, alle Anträge auch zur Ordnung nachher stellen. Jetzt stehen wir in der Abstimmung. (Herr Rechtsanwalt Pasch: Ich habe mich zur Geschäftsordnung vorher gemeldet). — Ob Sie sich einmal oder zwanzigmal zur Geschäftsordnung gemeldet haben, — wenn ich sage, wir stehen in der Abstimmung, so gebe ich keinem mehr das Wort. (Bravo!) Meine Damen und Herren, wir kommen jetzt zur Abstimmung. Wer für den Antrag Apfel ist, den bitte ich die Hand zu erheben (Rufe: Noch einmal den Antrag Apfel kundgeben! — Wir sind nicht genau im Bilde' Es entstehen Mißverständnisse!)'— Ich bitte Herrü Kollegen Apfel, öämit jeder weiß, was er stimmt, den Antrag einfach wörtlich nach einmal zu sagen, ohne jede weitere Begründung. vr. Apfel: Ich stelle den Antrag: über den Antrag Pasch-Berlin mit der Motivierung zur Tagesordnung überzugehen, daß die Delegiertenversammlung den Vorstand beauftragt, der zionistischen Vereinigung für Deutschland eventuell! auch anderen Organisationen mitzuteilen, daß ihr ein Sitz im Verbandsvorstande auf Grund des 8 3 der Satzungen eingeräumt werde, falls sie s achl i ches Interesse an ' der Mitarbeit im Jugendverbande habe. (Lebhafte Rufe: Zur Geschäftsordnung! Wir können so nicht abstimmen! Es gibt das größte Durcheinander!) Stellvertr. Vorsitzender Rechtsanwalt Lichtenbrrg: Ich eröffne nunmehr wieder die Geschäftsordnungsdebatte. Wir können ja jetzt zwei Stunden Geschäftsordnungsdebatte machen. Als erster hat das Wort zur Geschäftsordnung Herr I>r. Königsberger, dann Herr Pasch. Stein-Berlin: Herr Rechtsanwalt Königsberger hat sich nicht bei m.ir schriftlich gemeldet. Es hat sich bei mir überhaupt niemand schriftlich gemeldet. I>r. Apfel: Zur Geschäftsordnung ziehe ich, um die Ruhe herzustellen, meinen Antrag zurück. (Bravo!) Ich bitte, mir die'Leitung wieder zu geben. (Geschieht).