Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 223 (sequence 199)
- Language
- German
- Belongs to
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223 richtig!) Meine Damen und Herren, es dürfte allen, die zugehört haben und wissen, worum es sich handelt, klar sein, was der Zentralverein unter einem Ergebnis dieser Verbandstagung versteht, dw ihm recht ist. Sie wissen ferner, daß, wenn also ein solcher-Beschluß da ist, wenn also der Zentralverein heute davon befriedigt ist und sagt: nun gut, dann stellen wir unsere Jugendbewegung ein, die gegen den Zionismus gerichtet ist — das wissen Sie, das hat Herr Geheimrat Fuchs gesagt, indem er sagte: genau wie der Zionismus seine Jugend organisiert, organisieren wir sie, das kann jede Partei und muß jede Partei — wenn also das Resultat so aussieht, dann dürfte es Ihnen, doch klar sein, und ich glaube, es ist auch Herrn l)r. Apfel klar, der diesen Antrag hier unverständlicherweise gestellt hat —, daß denn wohl für den Zionismus nicht die Möglichkeit ist, nun doch hineinzugehen. (Zuruf: Weshalb nicht?) — Entschuldigen Sie, Sie scheinen es noch nicht verstanden zu haben, dann.will ich es Ihnen erklären. Es ist doch ganz klar, daß der Zentralverein den Beschluß dann für seine Richtung und nach seinem Wunsche als gegeben ansieht, wenn er so ist, daß der Zentralverein sich sagen muß: wir können dort antizionistisch arbeiten, wir haben nicht nötig, zu diesem Zweck unsere Jugend besonders zu organisieren. (Widerspruch und> Zurufe: Das ist gar nicht der Fallt Das trifft nicht zu). (Stellvertr. Vorsitzender: .Meine Damen und Herren, lassen Sie doch den Redner aussprechen, damit wir zu Ende kommen!) — Meine Damen und Herren, es erscheint mir nach hem Beschluß, der gestern hier gefaßt ist, gegen den ich ja gestimmt habe, wie Sie alle wissen, als eine Selbstverständlichkeit, daß die zionistische Organisation es ablehnen muß, in den Vorstand des Jugendverbandes' zu gehen. (Zurufe: Weshalb denn? — Hört, hört!) Meine Damen und Herren, wenn Sie jetzt noch fragen, weshalb denn, dann' kann ich wirklich nur vermuten, daß Sie.über die. ganzen Zusammenhänge dieser Frage, die politisch sind, wie Sie mir zugeben werden,, nicht genügend orientiert sind. (Oho! und Zwischenrufe). (Stellvertr. Vorsitzender: Ich bitte jetzt aber kurz zur Geschäftsordnung zu sprechen und nicht über die Zusammenhänge). — Ich spreche gegen den Antrag. (Stellvertr. Vorsitzender: Bitte, aber möglichst kurz!) Ich möchte ferner sagen, daß es meiner Ansicht nach nicht angeht, über den Antrag Pasch zur Tagesordnung llberzugehen, da Sie sich dadurch ganz entschieden auf das schwerste schaden werden. Wenn Sie diesen Antrag annehmen, dann bekunden Sie tatsächlich, daß Sie in den Vorstand des von Ihnen;a mit besonderer Betonung —. das glauben Sie'jedenfallis — neutral betonten Verbandes einen Verein hineinlassen, der ausgesprochen nicht neutral ist, wie es die Loge usw. ist, sondern eine bestimmte politische Tendenz hat, wenn es auch nicht in den Satzungen steht, wie Herr Rechtsanwalt Pasch, der Mitglied dieses Zcntralvereins ist, und ganz gewiß kein Zionist ist. Ihnen auch von dieser Stelle .ans ausdrücklich gesagt hat. Ich bitte Sie, aus diesem Grunde den Antrag abzulehnen. Stellvertr. Vorsitzender Rechtsanwalt Lichtenberg: Das Wort dafür hat Herr T)r. Apfel. -1