Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1919-05-01 · 2 (5.1919) · p. Seite 195

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
10 (1919)
Issue
2 (5.1919)
Date
1919-05-01
Page
Seite 195 (sequence 171)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4926451-6352298-6352427--1717-4927806
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

195 darüber noch etwas mehr zu sagen —, daß diese Bildungsgelegenheiten auch auf dem Lande bestehen, indem wir unseren ländlichen Jugendvereinen die Möglichkerr geben, gute Bibliotheken zu gründen, und, wenn eH nicht anders geht, vielleicht Wanderbibliotheken einrichten. (Sehr richtig I) Zum Schluß möchte ich Ihnen Vorschlägen, die Leitsätze des Herrn Or. Löffler kurz und bündig anzunchmen. Diese kleinen Ergänzungen, die ich dazu vorgeschlogen habe, sind nur unbedeutender Art. Wir wollen uns — das möchte ich praktisch Vorschlägen — durchaus auf den Geist der Leitsätze des Herrn k>r. Lössler stellen, damit wir, was so oft in den letzten Tagen und in diesen Stunden gesagt worden ist, positive Arbeit leisten. (Lebhafter Beifall.) Vositzender I)r. Apfel: Der vorhin erwähnte Antrag Guttmann- Ehemnitz lautet: - „Ter Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands möge sich für eine eingehende Rcvidierung der Besoldungsver»' hältnisse der jüdischen Lehrerschaft Deutschlands einsctzen, um es so unmöglich zu machen, daß in der jüdischen Presse weiter von einem menschenwürdigen Dasein der jüdisckien Lehrer gesprochen— wird, da dieser Zustand den hohen Idealen unserer Religion nicht entspricht. Wenn wir Helsen, die wirtschaftliche Not unserer Jugenderzieher zu mildern, geben wir ihnen neue Freude an ihrem Beruf und tragen auch auf diese Weise unsererseits mit bei zur Förderung des religiösen Sinnes unserer Jugend." (Bravo!) * Ich muß anerkennen, ich konnte es bei der flüchtigen Lektüre nicht feststellen —, daß dieser Antrag im engsten Zusammenhang mit dem Thema steht. I)r. Levin-Leipzig beantragt, zur Formulierung der Löfflerschen Religionsthesen einen Rabbiner und einen Lehrer hinzuzuziehen. Wie wir Vorgehen werden, darüber müssen wir uns nachher schlüssig machen. Der Antrag wird dann besprochen werden. vr. Hcilbronn-Nürnberg: Meine sehr verehrten Damen und Herren. Der Verbandsvorsitzende hat vorhin darauf hingewiesen, daß mehrfach bemängelt wurde, daß der erste Teil des Referats des Hsrrn vr. Löffler, der die Frage der religiösen Erziehung der Jugend betraf, nicht von einem Rabbiner gehalten wurde. Er hat Ihnen auch die Gründe auseinandergesetzt, warum nicht. Ich muß sagen, es ist das ein sehr trauriges Symptom dafür, daß unsere Jugend eigentlich noch so wenig diszipliniert ist. daß sie in einem neutralen Jugendverein nicht imstande ist, auch die Ausfühningen eines Redners anzuhören, der eventuell von einem entgegengesetzten Standpunkte aus spricht. Aber ich finde es vielleicht noch viel trauriger, daß man uns Rabbinern nicht zutraut, daß wir nicht das uns einigende betonen, daß wir in einem neutralen Jugendverein das, was uns trennt, auch wirklich einmal zurückstellen können. (Sehr richtig!) Das wollte ich nur dazu bemerken. Dagegen bin ich garnicht eifersüchtig darauf, daß ein Nichtrabbiner Liesen Vortrag gehalten hat. Ich halte es in dieser Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.