Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 162 (sequence 138)
- Language
- German
- Belongs to
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162 Juden" in „sämtliche Juden, die in Deutschland leben". Ich weiß nicht, ob man diese Anträge ohne weiteres einschalten kann. Ich möchte, daß diese Anträge, die wohl weitergehend sind, doch zur Ab- Kimmung gebracht werden.' Die Stimmung der Versammlung war nämlich, daß die ausländischen Juden auch das Wahlrecht haben. Vorsitzender vr, Apfel (unterbrechend): Das gehört nicht zum Thema: Schluß der Debatte. (Herr Lehmann: Es fragt sich, ob nicht ein Absatz anzuhängen wäre-) — Herr Lehmann, Sie müssen sich unbedingt etwas an parlamentarische Disziplin gewöhnen; das geht nicht anders, ob Sie nun Herr Lehmann sind oder jemand anders; sonst kommen wir nicht weiter. Es handelt sich jetzt um die Frage, ob Schluß der Debatte über die Kongreßfrage eintreten soll, darüber wird die Delegiertenversammlung zu entscheiden haben. Wenn Sie wollen, können Sie gegen den Schluß der Debatte zunächst reden. In die Sache wird erst dann hineingestiegen, wenn die Versammlung es durch Abstimmung noch einmal wünscht. Wollen Sie -egen den Schluß der Debatte sprechen? Lehmann-Hannover: Ich will vorher die Anfrage stellen, ob es sich nur um die Abstimmung, die jetzt kommen wird, über diesen eben von Ihnen verlesenen Abänderungsantrag oder um alle Anträge, die zu diesem Punkte „Kongreß" vorliegen, handelt. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich habe mich ja deutlich ausgedrückt, daß der Antrag vorliegt, die Abstimmung bei dieser Frage zu beschränken auf die gedruckte Resolution und den Zusatz. Die Versammlung mag ja anders entscheiden. Ich gebe ja lediglich einen Antrag weiter, der hier gestellt worden ist. Wer wünscht für Schluß der Debatte über diesen Punkt zu sprechen? Lichtrnberg-Hannover: Meine Damen und Herren, ich möchte bitten, daß wir uns ohne Debatte über die Anträge einigen, und zwar möchte ich allerdings auch dem Vorsitzenden zur Erwägung anheim geben, auch über diesen dritten Antrag, der ja von verschiedenen Vereinen gestellt ist, getrennt abstimmen zu lassen. Dann wird die Willensmeinung der Versammlung ohne Debatte meines Erachtens auf das allerklarste festgestellt werden. Wenn die Anträge noch einmal verlesen werden, dann wird meines Erachtens alles nötige geklärt sein auf Grund der gestrigen Debatte, und jeder wird wissen, was er zu tun hat, und der Vorsitzende wird wissen, was der weitgehendste Antrag ist usw. Vorsitzender Dr. Apfel: Diese Anregung akzeptiere ich. Wir können dann über den dritten Antrag noch abstimmen, nämlich daß eingefügt wird: sämtliche in Deutschland lebenden Juden. Dann sind wir einig. Ich mache allerdings darauf aufmerksam, Herr Lehmann, da wir ja doch möglichst die Vorverhandlungen berücksichtigen wollen, daß diese Forderung auch von den offiziellen Vertretern der zionistischen Partei in den offiziellen Kongreßverhandlungen, die ich mitgefllhrt habe, nicht gestellt worden ist. (Sehr richtig!) Lehmann-Hannover: Dazu möchte ich tatsächlich berichtigen: es wurde gestern vom VerbandSvorsitzenden oder von anderer Seite behaupß