Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 113 (sequence 89)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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113 wollen uns organisieren — ja, warum haben Sie sie dann nicht an die Wanderorganisation der jüdischen Jugendbünde gewiesen? (Leb- Kaste Zustimmung.) Da hätten die jungen Leute mit wandern können und vielleicht auch zur Gründung von Sportgruppen 'und dergleichen mit beitragen können, ohne irgendwie in ihrer deutschvaterländischen Gesinnung Schaden zu erleiden, denn dasür sorgen wir neutralen Vereine schon, daß kein Mitglied von den anderen Angehörigen in seinen grundlegenden Meinungen behelligt wird. (Vorsitzender Dr. Apfel: Blau-Weiß! Gegen Blau-Weitz sagen Sie nichts I) — Ueber den Blau-Weiß habe ich bisher nicht gesprochen. Ich wollte mich dazu an einer anderen Stelle zum Worte melden, nämlich morgen. Ich bemerke, da der Herr Verbandsvorsitzendedieses Thema eben anschneidet, hierzu, wir in Berlin haben, als wir die Wandergruppe gründeten in unserem neutralen jüdischen Jugendbund, uns sofort der intimen Feindschaft des Blau-Weiß, der angeblich neutral ist, genau so neutral, wie die angeblich so neutralen Wandervogel-Organisationen, bei denen dann bloß der Pferdefuß in den praktischen.Bestimmungen über die Leitung zum Ausdrück koinnit —, wir haben uns sofort der Anfeindung des Blau-Weiß gcgenübergesehen und haben in der Abwehr ihn recht scharf bekämpft. Ich meine, es ist eine sehr wesentliche Forderung, daß der Verband und die Verbandsvereine sich einmal praktisch mit der Frage beschäftigen, wie man die Politisierung der unmündigen' Schuljugend bekämpft. Das gehört aber hier zu diesem Punkte Glicht her; darüber müssen wir uns morgen unterhalten. Wir wollen ja' auch nicht, daß unsere Mitglieder in den Blau-Weiß eintreten; sie sollen zu uns kommen. Und ich meine, das Bestehen des Blau-Weiß ist kein Anlaß, daß man uns und unseren Wanderorganisationen die Kameradenorganisation auf den Hals setzen. Was nun die Neutralitätsftage im engeren Sinne anlangt, so beiiierke ich einleitend: der jüdische Jugendbund Berlin hat sich in einer außerordentlichen Generalversammlung, die an drei Mittwoch- Abenden in aufeinander folgenden Wochen stattgefunden hat, mit dieser Frage beschäftigt. Beim ersten Abend kamen als Verteidiger des damals vorliegenden Antrages Apfel die Geschäftsführerin Fräulein Dr. Cora Berliner sowie auch Herr Lehrer Stein zum Wort, am zweiten Miftwoch der Herr Derbandsleiter selbst. Am ersten Vereinsabend hat am Ende den Aussprache eine Abstimmung stattgefunden, die das Ergebnis hatte, daß von den in diesem Moment Anwesenden 4f. sich gegen den damals vorliegenden Antrag Apfel aussprachen, Vt> dafür. Wir haben im Vereine, während wir sonst unseren Delegierten keine besondere Marschroute mitgaben, uns schließlich dabin entschlossen, die Telegiertenwahl neu vorzunehmen, lediglich unter dem Gesichtspunkte des Verhältnisses zum Antrag Apfel, wie er damals vorlag, und zwar fünf von den ums sechs zustehenden mit der strikten Marschroute, dagegen zu stimmen, während der sechsten, Fräulein Dr. Berliner, die Abstimmung fteigegeben wurde. Vorsitzender Dr. Apfel: Ich erachte es im Interesse der Loyalität für richtig, zn erwähnen, daß, als ich im Berliner Jugendbund in