Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 74 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Fortbildung ihrer Mitglieder." Der Rest deS Antrages soll gemäß ausdrücklicher Notiz unverändert bleiben. Dann weiter zwei Anträge Berlin: „Der Delegiertentag wolle beschließen: a) Der Delegiertentag erblickt in dem Grundsätze der Neutralität den unverrückbaren Grundpfeiler der Tätigkeit der dem Verbände angeschlossenen Jugendvereine. Das unentwegte Festhalten an diesem bewährten Grundsade erachtet er als gebieterische Forderung und gibt dem lebhaften Wunsche Ausdruck, daß die Jugendvereine weiterhin den Sammelpunkt für Angehörige aller Gruppen jener jungen Juden bilden mögen, die von dem. ernsten Streben für bewußtes und positives Judentum getragen sind, wie immer sonst ihre politische und religiöse Auffassung sei/i möge. d) Für die Verbandsvereine und ihre Mitglieder ergibt sich die Pflicht, dem Wohle des Heimatlandes zu dienen, schon aus der jüdischen Religion. In voller Erkenntnis der Schwere des über unser Vaterland hereingebrochenen Verhängnisses sieht. der Delegiertentag gerade gegenwärtig eine hervorragende Aufgabe der Verbandsvereine darin, ihre Mitglieder zu eifrigem Wirken im Dienste des Wiederaufbaues Deutschlands aufzurufen, wie er davon durchdrungen ist. daß die wahre jüdische Gesinnung, wie sie seinem hohen Ideal entspricht, aus sich heraus schon zur . Stärkung und Entwickelung der geistigen und sittlichen Kräfte beitragen muß,, von denen letzten Endes Deutschlands Gesundung wieder ausgehen wird. Durch diese Entschließung betrachtet der Delsgiertentag den Antrag auf Aenderung des 8 1 oder Einfügung e^nes 8 der Verbandssatzung als erledigt." Der Antrag ist unterzeichnet, wenn ich recht; lese, von'Siegbert Eohn und Pasch. Dann ist ein Antrag eingegangen, der zu vorstehendem gehört: „An alle Angehörigen der Jugendvereine richtet der Verbandstag die dringende Mahnung, in ihrem gesamten Auftreten und Verhalten, namentlich auch bei politischer Betätigung, jedes unnötige Vordrängen zu meiden und sich stets des Taktes und der Zurück- Haltung zu befleißigen, die dem Wesen der jüdischen Sittenauffassung entsprechen." Ich möchte bitten, Anträge, die mit den drei augenblicklich zur Erörterung stehenden Punkten nichts zu tun haben — und dieser letztgenannte Antrag ist ein Antrag besonderen Inhaltes — nicht jetzt einzubringen. Weiter ist ein Satzungs-Antrag von Herrn Kaufmann-Mannheim eingegangen für die Vereine Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Lörrach, Baden und Konstanz: „Der Verband der Jüdischen Jugendvereine! Deutschlands vertritt die gemeinsamen Interessen der diesem angeschlossenen Jugendvereine, die keine bestimmte politisch-religiöse Richtung vertreten. Die Verbandsvereine, die auf dem Boden eines betpußten Judentums stehen, erstreben Einfluß auf die sittliche Führung ünd auf die ethische und geistige Fortbildung chrer Mitglieder durch dje Vermittlung der