Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 65 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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— 65 richtig!) Er selbst hat durch die Begründung seines Antragess die schon fast die Hälfte der Zeit erforderte,, bewiesen, daß es technisch ganz undiskutabel ist, eine derartige Unterbindung der freien Meinungsäußerung vorzunehmen. (Sehr richtig!) Ich warne Sie aus dem einfachen Grunde davor, weil hier doch eine Menge verschiedener Anschauungen sind, und nicht jeder derjenigen, die aus weitentlegenen Orten kommen, so redegewandt'ist, wie -er eine oder andere von uns, und das, was er genau so guk.wie wir.auf dem Herzen hat, in 10 Minuten zum Ausdruck bringen kann. Ich. möchte Sie vielmehr bitten, dann, wenn es im Laufe des Tagesi unwöglich ist, auf diese Weise durchzukommen, später vielleicht diesen Antrag zu diskutieren. Vorläufig aber möchte ich bitten, davon Abstand zu nehmen. (Sehr richtig!) Dr. Wolfheim-Erfurt (zur Geschäftsordnung): Meine Tamen lind Herren! Ich kann mich den Worten meines Vorredners nur anschließen, zum Teil aus den angeführten Gründen, zum Teil niuß ich einmal pro domo sprechen. Ich habe die Tagesordnung erst vor sechs Tagen bekommen und habe mich dann hingesetzt lind gelvissermaßen ein Gegenreserat von einem Standpunkte aus, der sich von dem des Herrn Dr. Apfel in nianchen Dingen wesentlich trennt, ausgearbeitet. Ich würde es nicht als ein persönliches Uebelivollen, aber doch immerhin aus dem Grunde, »veil ich nicht so'redegeivandt bin wie viele von Ihnen, als unberechtigt empfinden, wenn Sie uns schon jetzt durch einen Antrag das Wort abschneidenwürden. Was ist damit gewonnen, wenn ich mich dreimal zum Wort melde und Ihnen dann stückiveise in je 10 Minuten mein Referat vorlese? Tenn »veil ich ein ziemlicher Hitzkopf bin — Sie kennen mich ja aus früheren Verhandllingen —, habe ich das, was ich zu sagen habe, absichtlich schriftlich niedergelegt, um mich nicht von der Hitze des Augenblicks hinreißen zu lassen. Ich habe niemals die Aufmerksamkeit hes Telegiertentages über Gebühr in Anspruch genommen. Aber iveniil ich es heute einmal tue, so bitte ich von vornherein für mich um Indemnität, und bitte auch zunächst, wenn die Hauptredner in der Generaldebatte zu Worte kommen, diese Redezeit nickst zu beschränken. Wenn wir nun pünklich den Beginn der Verhandlung^- ablchnitte innehalten — und darin könnte unser Kongreß vorbildlich sein (sehr richtig», denn wie man das im kleinen Kreise kann — ich habe das in Erfurt erzwungen in sechsjähriger Vorstandstätigkeil —. so kann man das auch in so großem Kreise —, tvenn Dr. Apfel pünktlich nachmittags um 3 Uhr anfängt, dann werden diejenigen» die an unseren Verhandlungen wirklich innerlich interessiert sind> auch zur Stelle sein. Und damit gewinnen wir im Laufe des Tages soviel Zeit, daß wir dadurch unbedingt diejenigen, die^etwas zu sagen haben und die es nicht so gewandt zu sagen wissen wie andere, zu^Worte kommen lassen können. ° Vorsitzender Dr. Apfel: Ich möchte bitten, die Geschäftsordnungsbemerkungen etwas kürzer zu halten. (Sehr richtig!) Dr. Wiener-Stettin (zur Geschäftsordnung): Meine Damen und Herren! Ich bitte die jüdische Selbsterziehung damit zu