Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 56 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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56 innerjüdischen Verhältnisse Deutschlands enthält, und begann, di, ideellen Vorbereitungen eines solchen Kongresses energisch in di, Hand zu nehmen. Es gelang dann, in mehreren Dorbesprechunger zwischen zionistischen Vertretern und Vertretern >des Zentralvereins zu denen auch ich gehörte, eine Einigung darüber zu erzielen, daß die Zionisten bei ihrer Organisation den Verzicht auf die Volksvoraussetzungen befürworten wollten, während andererseits die Vertreter -es Zentralvereins in die Formulierung des Kongreßprogramms weitgehende Rücksicht auf die zionistischen Wünsche nahmen. Sie wissen, daß die Delegiertenversammlung des Z^ntralvereins irr der Kongreßfrage der Dereinsleitung nicht mit dem Man gefolgt ist, der diese in dieser Frage auszeichnet. Aber immerhip ist die ganze Zentralvereinsarbeit durch den Beschluß der Delegiertenversammlung, daß sie der Schaffung jüdischer Kongresse in Deutschland zustimme, ein ganz erhebliches Stück im Sinne positiver jüdischer Arbeit vor. wärts gebracht worden, und die von der Leitung des Zentralvereins mit bewunderungswürdiger Initiative to€rfol0te: Versöhnungspolitik mit den Zionisten durch diesen Beschluß erheblich gefördert worden. Ich selbst teile die Bedenken nicht, die in der Erschließung des Zen» tralvereins zum Ausdruck gekommen ist, daß nämlich der ersre Kongreß erst zu einer Zeit einberufen werden soll, zst der die Abhaltung aus allgemeinen Erwägungen heraus angebracht erscheint. Ich bin im Gegenteil der Ansicht, daß eine jüdische!Wahlbewegung de» Kampf mehr entgiften würde als der derzeitig tbeliebte Kampf, der sich nicht Auge in Auge, sondern in getrennten Versammlungen und Konventikeln abspielt.! Namens des Verbandsvorstandes habe ich Ihnen zu Kapitel „Kongreß" die Annahme nachfolgender Entschließung zu empfehlen: „Die Veranstaltung eines aus allgemeinen Wahlen hervorgegangenen jüdischen Kongresses in Deutschland wird dringend gefordert. Der Verband empfiehlt die Vorbereitung dieses Kongresses durch einen Vorkongreß, der von Vertretern der jüdischen Organisationen einschließlich der Jugend-Organisationen zu bilden ist und dem insbesondere die Festsetzung der Wahlordnung und der Tagesordnung des ersten Kongresses obliegt. Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedern, sich nur für das Zustandekommen eines solchen Kongresses einzusetzen, an dem sämtliche deutschen Juden ohne Gewissenskonflifte teilnehmen können; insbesondere lehnt er die von zionistischer Seite geforderte Voraussetzung des Bekenntnisses der Zugehörigkeit zum jüdischen Volke ab. Der Kongreß soll auch die Bildung der Gesamtorganisationen der deutschen Juden vorbereiten." Die Annahme einer derartigen Entschließung dürste ihren Eindruck nicht verfehlen. Wenn wir in dieser Entschließung die Volksvoraussetzung ablehnen, und zwar deswegen, weil wir einen allgemeinen jüdischen Kongreß in Deutschland und nicht nur einen erweiterten zionistischen Parteitag haben wollen, so muß ich auf der anderen Seite gestehen, daß durch -a8 zwischen Zionisten und. Zentralverein vereinbarte Kongreßprogramm auch nach der deutschpatri-