Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 10 (1919)
- Issue
- 2 (5.1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 54 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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54 stellt, die deutsche Iudenheit habe sich politisch allmählich um zwei Organisationen gruppiert: auf der einen Seite um die zionistische, auf der anderen Seite uni die des Zentralvereins. Das stimmt dreifach nickt. Tenn erstens vermag.ich trotz der derzeitigen straffe» Parteidisziplin in der deutschen zionistischen Organisation eine feste Kruppe nicht zu erblicken, da die zionistischen Maximalisten, die die oiiöen als Fremde in Tcutschland hinstellen, sich einer heftigen Gegnerschaft derjenigen Zionisten gegenüber befinden werden, die sich als warme Patrioten unseres Landes fühlen. Der Zenlratverein Teutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist eine feste, in sich geschlossene Gruppe nur insofern, als er seine Mitglieder auf dem Boden des Deutschtums sammelt. Er ist aber keine einheitliche Gruppe, soweit das Verhältnis seiner Mitglieder zu den innerjüdischcn Problemen berührt wird. Und das ist ja schließlich nirgends deutlicher hervorgetreten als bei dem Todesritte meines Antrages, dem in der -Hauptsache durch Mitglieder des Zentralvereins das Rückgrat gebrochen worden ist. Und schließlich wage ick die Behauptung, daß die überwältigende Mehrheit der deutschen Juden, und zwar nicht nur der Rabbinen. Lehrer, der Verkünder des geistigen Judentums, der großen Zahl der unorganisierten und vieler organisierter Akademiker, insbesondere aber vieler Brüder des Drdens Bnei Brith. vpr allem aber die meisten Anhänger der jüdischen Jugendbewegung und ein großer Prozentsatz der Zentralvereinsmitglieder sich niemals nach einer Gruppierung orientieren werden, die lediglich unter der Devise ,.£ie Zionismus -- Hie Antizionismus" steht. (Sehr richtig!) Es unterliegt für mich keinem Zweifels daß, wenn dieser Gegensatz aus Gebieten, wo er unnötig ist, weiter auf die Spitze getrieben wird, eine ohnehin in der Luft liegende große mittelvarteiliche Gruppierung der Mehrheit der deutschen Juden spontan erfolgen wird, und daß einer derartigen Gruppierung, wenn auch zur Zeit die Erregung und der Radikalismus.-der Revolutionszeit den Ertremen die Segel bläht, die Zukunft gehören wird. Wenn wir somit das Chaos innerhalb der deutschen Iudenlieir st'stgestelll haben, so -braucht in unserem Krette wohl kaum hervorgehoben zu werden, daß Hunderte von Gründen für ein geschlossenes Auftreten der Etüden beute mehr denn je sprechen. Wer iict-;» dieser Ansicht nicht auf Grund positiver Erwägungen bekehren kann, sollte es tim im Interesse der Abwehr der mörderischen antisemitischen Bewegung, die sich-anschickt, wiederum wahre Orgien in nn- 'erem gequälten Lande als Ablenkungsmanöver zu veranstalten. Die Erfahrungen der letzten Vorkriegszeit und alle Verftändigungsveritttftc während des Krieges haben aber bewiesen »es Auftreten der deutschen Inden nicht möglilh ist bei Befolgung einer Vogel-Strauß-Politik. die unüberbrückbare durch die Suggestion des Verständigiingsgedankens überwinden willsondern nur bei vollster Respektierung jeder Mei und jeder Richtung. Ich st-he keinen änderest benötigten Zusammenschluß herbeizunibren, als daß ein gcschloüe- Gegensätzc lediglick' nung, jedes Gefühls Weg, dev dringend durch Uebertragung