Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 9 (1918)
- Issue
- 1 (28.2.1918)
- Date
- 1918-02-28
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 13 -ji ' i i Sobernheim vom »Komitee für dev;Cit-cn" empfanden und ihnen so lüftendes erklärt: i \ — »Wir würdigen die auf Entwicklung ihrer Kultur und Eigenart gerichteten Wünsche der jüdischen Minderheit!in den Ländern, in denen sie ein stark entwickelte? Eigenleben haben, I ringen ihnen volles Verständnis entgegen und sind zu einer wohlwolenden Unterstützung ihrer diesbezüglichen Bestrebungen bereit. Hinsichtlich der von der Audenheit. insbe andere von den Zionisten verfolgten Bestrebungen in Palästina, begrüßen wir daher die Erklärungen. die der Großwcstr Talaat-Pascka kürzlick abgegeben hat, insbesondere die Nbsick't der Kaiserlich Vsmnni>chen N igicrung. gemäß ihrer den Atzden stet? bewiesenen freundlichen Haltunc die anfblübende jüdische Sicdelung in Palästina durch Gewährung von kreier Einwanderung und Niederlassung in den Grenzen der Aufnahmefähigkeit des Landes, von örtlicher Selbstverwaltung entsprechend den LandeSgcscßen und von freier Entwicklung ihrer kulturellen Eigenart zu fördern." lieber die Stellungnahme der österreichischen Regierung .zur Palästinafrage sind Einzelheiten nicht veröff'ntlicht worden: Ueber den Empfang Dr. Hantle? heim Etrafen Ezernin äußert sich die ..Jüdische Rundschau" in Nr. 43 (30. November 10|7\ folgendermaßen «Die österreichischen Tageszeitungen vom 10.1 November veröffentlichten nachstehende Mitteilung: Der Minister de? Aeußern. Graf Ezernig. hat Samstag das Mitglied des slionfstischen Aktionskomitee?, Pr. Arthur Hantkc, zur längeren Besprechung empfangen. An der Ilnterrednn r-geigte (ich der Minister sehr, befriedigt von den politischen Aufklärung ms Pr. Bantke? und sagte ibm die Unterstützung der österreick'iich-unoarAchen .Regierung kür die, zionisti'chen Bcstrebunge" bei der Türkei zu. - Die Erklärung des Graten Czernin dürste, in der gesamten jüdischen Sesfentlichkeit große Genugtuung anslösen. Abre Bedeutung ist um so höher an-iischs>'gön. als ne kurz nach der Erklärung der englischen Negierung erfolgt. Turch dw Erklärung der österreichifch-unggrischen Negierung ist auch von Seite der Zentralmächte ein Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung der zionistischen Bestrebungen getan, für deren Durchführung die?nsl'-itmiing aller Mächte wünlchenSwert ist." Tie Erklärungen der türkischen Regierung sind begreifkicherweise etwa? aewimden gehalten. Beral. die interessanten Interview?, die Pr. Alfred Nossia k „Berliner Lokalanzeiaer" 1013. Nr. 0> und Pr. Juli»? Becker s„Dassische Zeitung" 1.017. Nr. 66fD mit dem- Graßweiir Talaat Bgschg hatte. Ans de? Letzteren Araae. „ob e? 'möglich sein wird, den Inden in Palästina ein« gewisse Selbständigkeit in der örtlichen Berwaltung, zu geben?" antwortete Talaat Pascha: »Da muß >ch zunächst wiederholen. wa? ich schon vorher tagte, nämlich. daß es uns unmöglich ist, den Anden irgendwelche Vorrechte zn. geben. Sie können nur dieselben Nechte genießen wie alle unsere anderen Staatsbürger. Aber wir haben, ja bereit? in unserer jetzigen Gesetzgebung ein ziemlich weitgehendes SelbstverwaltnngSrecht der Gemeinden. »nd in einem neuen Geieitzentwurf. den wir eben jetzt im Pgrlnment vor'egen. beabsichtigen wiir. hierin noch weiter zu geben. Die örtlichen Gemeinden und Bilajets (Provinzen^ sollen noch mehr Selbständigkeit erbalten als sie bisher schon haben. An diesem Nahmen werden meines Erachtens auch alle berechtigten Wünsche der Juden in ' Palästina ihre Erfüllung finden können."