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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1917-12-10 · 6 (10.12.1917) · p. Seite 240

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
8 (1917)
Issue
6 (10.12.1917)
Date
1917-12-10
Page
Seite 240 (sequence 80)
Language
German
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— 240 — Litftfmigrn im Siiöcntum bari ich folgende Stelle aus einer Rede aut der Synode von 1911 annihren: „Tie Orthodoxie muß begrisssmäßig — ich mache ihr daraus keinen Vorwurf und habe cs nie getan — intolerant fein: der Orthodoxe, der allein im Beützc der Wahrheit ist, kann unniöglich die Gleichberechtigung des Liberalen anerkennen. Dagegen verlange ich von jeden, Liberalen, daß er andere Richtungen neben sich duldet, und wenn er das nicht tut. wenn er eine ändere Richtung bedrückt, jo bekundet er eine illiberale, eine niedrige Gesinnung." Ter Weltkrieg wird zweifellos große Veränderungen für Juden» heit und Judentum zur Folge haben. Wir dürfen ihnen nach meiner aus eingehender Kenntnis des Geistes und der tzteschichte uniercr Glaubensgemeinschaft geschöpften Ueberzeugung mit' fester Zuversicht entgegensetzen. Vor allen, deswegen, weil das Judentum von dem Fortschritt in der Welt nicht nur nichts zu fürchten. sondern alles zu hoffen hat. Tie Religion des reinen Monotheismus - und der unbegrenzten, auf keine Raffe und kein Bekenntnis beschränkten Humanität kann nicht entwertet und nicht ausgeichaltct werden. Sie ist Freundin aller Wissenschaften, einer arbeitsfrohen Wirtschaftlichkeit und weitestgehender sozialer Fürsorge. So ist iie im besten Sinne demokratisch und zugleich mit ihrem seit Jahrtausenden bewährten Konservatismus eine feste Stühe aller wirklich wertvollen Grundlagen des Staats- und Bölkerlebens. ^Wo bedenkliche Schäden in der Judcnheit zutage treten, wie vor allem die Verfallserscheinung des Geburtenrückgangs. handelt es sich um Wunden an dem gesamten Volkskörpcr, für welche die geeigneten Heilmittel von allen Seiten mit Ernst gesuckit und sicher auch gefunden werden. Bei unserer Einsicht und Energie werden wir gewiß nicht die letzten sein, die davon Gebrauch machen. Von unserer Jugend aber erwarten wir. daß sie die nach innen und außen im höchsten Maße schädlichen Fehden zwischen hcn verschiedenen Richtungen im Judentum nicht weiter mitmacht, sondern ein Zusamiuenarbeiten für die gemeinsamen Ziele an die Stelle treten läßt. Tann brauchen wir nns^uich vor den neuen Anstrengungen des Antisemitismus nicht zu fürchten, sondern dürfen darauf vertrauen, haß. wie der Obeckrat in einem Rundschreiben an die badischen Israeliten vom 16. März 1916 ausgesprochen hat, „jene kleinlichen, rückschrittlichen Strömungen sich immer mehr als unverträglich erweisen werden mit der großzügigen Weltpolitik. auf die unser Deutsches Reick, notwendig angewiesen ist". -- r *> «cMsirlimcifc betrug 1916 die allaemeine Kirchensteuer der 6200 Israeliten in Mannheim 8>000 IR., die der 3818 Israeli en in ktuttgart 26000 M. Dabei werden die «abdineigeha re in «tuttgart aus der israelitischen Zentralkaffe gezahlt während Mannheim ftr seine Rabbiner ganz allein aufzukommen hat.

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