Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 8 (1917)
- Issue
- 3 (1.7.1917)
- Date
- 1917-07-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 68 — verband stellt mit schmerzlichem Bedauern fest, daß die deutschen Juden nicht in geschlossener eindrucksvoller Kundgebung ihrer Empörung Ausdruck verliehen haben. Tas Vorgehen des Verbandsvorsibenden, der an anderer Stelle eine Aktion der gesamten deutschen Juden angeregt hat, findet ei«, stimmige Billigung und wird zur Verbandssache erklärt. Die hierauf bezüglichen Verhandlungen gelten als vertraulich. Ter Jugcndtzrrband erwartet, daß sich kein Mitglied durch Vorkvmmnisse wir die „Judcnzählung" und ähnliche in der treuen Erfüllung der vaterländischen Pflichten beeinflussen läßt. Er fordert die deutschen Juden auf, sich ihrer Einheit und damit ihrer Stärke bewußt zu sein. Er macht eindringlich auf das Sinken des Eiuflusses der deutschen Juden innerhalb der gesamt. jüdische« Bewegung aufmerksam. 3. Ter Antrag der VcrbandSlcitung, eine Verständigungsgcnicinschaft sämtlicher jüdischer Jugendorganisationcn Tcutschlands herbeizuführen, wurde einstimmig mit großer Begeisterung angenommen. Alle Jugendorganisationen jedweder Richtung sollen gebeten werden, von Zeit zu Zeit Vertreter zu einer Konferenz zu entsenden, die den Zweck hat, die Leiter und Mitglieder der vxrschiedcuen Verbände einander näher zu bringen. Bei voller Würdigung der Selbständigkeit der Organisationen und bei peinlicher Respektierung der verschiedenen Anschauungen sollen Verständignngsmöglichkciten gesucht werden, die nach Wunsch des Jugendverbandcs allmählich zu einem gemeinsamen Arbcitsprogramm, zur Vermeidung unnötiger Konkurrenzkämpfe und zur Läuterung dcÄZüdjschcn Partrikampscs in Deutschland führen sollen. ■* 1 .4. Dem nächsten Telegicrtcn^ag soll eine Aenderung der Verbandssatzungcn dahingehend vorgch'chlagen werden, daß der Vorstand in Zukunft ans persönlichen Mitgliedern gewählt wird und nicht mehr aus ablösbaren Vertretern der ^crbandsvereine. Ferner soll eine engere organisatorische Verknüpsustg zwischen den Bezirksverbänden und dem Hauptvorstand hcrbeigesuhrt werden. 5. Sobald die Verhältnisse cs erlauben, soll ein Delegiertentag einbcruscn werden.