Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 5 (1914)
- Issue
- 6/7 (1.6.1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- Seite 171 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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171 — Jugendfrage fein' Tenkproblem ist,, das sich mit.Verstand und Tinte lösen läßt. Sie ist ein Lebcnsproblem, un^ Lebensprobleme Hetzen niemals restlos aus. Was tvar denn vor fidb gegangen? Mehrere Gaue hatten Beschluß gefaßt, daß keine ihrer Ortsgruppen Juden aufnehmcn dürsten. I« Ortsgruppen anderer Gaue Haaren gelegentlich Juden.nicht ausgenommen worden, und darüber waren Beschwerden über Beschwerden an die Bnndesleitung gekommen. Daß die Bundesleitung jene' Beschlüsse für ebenso verkehrt hielt wie diese Beschwerden, das hat sie aus- - gesprochen; und das auszusprechen war ihr. Bedürfnis. Ihr Standpunkt aber ist im Wesen des Wandervogels begrindet. Danach sind die Ortsgruppen überall Kernstücke-des Bundes. Nicht in der Organisation, weder im Gau noch im Bunde, sondern ip der Ortsgruppe und ihrer Entwicklung liegt alles Heil. -Liegt auch dcß Leben. Die Ortsgruppe ist Erziehungsgemcinschaft.. Für sie gilt das alte gute Lißnerwort: „Wandervögel, arbeitet an euch, wandert immer besser, vorbildlicher und schöner." Nur dann aber kann die Ortsgruppe erfolgreich an sich und jedem einzelnen arbeiten, wenn ein cinheitsicher Zug durch alle hindürchgebt und jeder sich dem andern im Jnr ersten verwandt fühlt. Mir sind kein Touristenklub, in dem es nicht i ausmacht, wenn man /mch einmal mit'dem Ungleichgestimmtcn ein!>aar Stunden oder Tage zusammenwandert, Darum muß der Ortsgruppe die Freiheit, der Auslese bleiben. Anders kann, sie nicht gedeihen. Kein G a u b c s ch l u ß s o l l sic binden, Juden a u f z u n eh m e.n , wenn es ihr paßt; noch weniger aber soll eine Bundesleitung aus Grund von S a tz u n g s w e i s h c i t ihr Irden ausdrängcn, zu, denen die Äj i t g l i e d c r nun einmal kein inMöres Verhältnis haben können, kein Verhältnis — nicht aus politischen oder konfessionellen Bedenken, die uns gan^ und gar allezeit fern bleiben sollen, sondern allein aus germanischem Instinkt, aus Teutschbewußtsein. Beides sind Teile derselben Freiheit, die für unsere Ortsgruppe so notwendig ist wie Lust und Licht für die Blutne. Beide gehören zusammen wie Blitz und Donner, wie Bogen und Pfeil. Wer das nicht begreift, wird nie auch^die Art des Wandervogels Ibegreisen. So lautet die Erklärung der Bundcsleitung klipp und klar^ (folgt der Wortlaut der Resolution). j