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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1914-01-01 · 1 (1.1.1914) · p. Seite 19

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
5 (1914)
Issue
1 (1.1.1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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19 der sehr reichhaltigen gruppe des Montcfiorroe Line Odenrvaldtoul'. Tie folgende kleine Beschreibung entnehmen luir animclmappc der Wander- I eins in Frankfurt! a. M. Es war zwölf Uhr nachts. Ich aß gerade im Traume ngch einmal den guten Kuchen, den uns Herr Kaufmann nachmittags vorher spendiert hatte, als ich auf einmal in dex Zimmerecke.ein gedämpftes Flüstern hörte: »! „War's schön?" hörte ich ein feines Stimm,hem und mir wäi^'s, als käme die Stimme direkt aus meinem Regenschirm heraus, der?in der Ecke stand. „Wunderbar, ganz großartig," sagte der Spazierstock, der daneben stand. Ter Regenschirm seufzte. | „Ach Herr Rucksack," sagte da eine klagende Stincme, „hätten Sie vielleicht die Güte, sich etwas am die rsteite zu legen, Sic liegen gerade mir auf meinen Hühneraugen, stnd das ist kein besonders angenehmes Gefühl!" Es waren meine Schsthe, welche so plagten. Der Rucksack kam in Wut stnd seine Eingeweide — Kochgeschirr, Trinkbecher und Spiritusflasche i— fingen an zu rumoren und machtet: einen Höllenspektakel. „Zum Teufel," sagte der Rucksack, „habe ich es denn in meiner Macht, mich mich beliebig zuj bewegen? Ich jbiit in meinen Bewegungen gerade so vom Menschen pbhängig wie Sie, nur mit dem Unterschied, daß er Sie mit Füßen tritt, während ^r mich sorgfältig auf seinem Rücken trägt. Im übrigen möchte ich Sie? bitten, mich nicht.für die Unordentlichkeit meines Besitzers verantwortlich zu machen, ich habe Ihre Gesellschaft weder ersehnt noch erwünscht und kann ich nichts dazu, wenn er uns alle zusammen in eine Ecke schmeißt." „Sie sind ein Bauer!" erwiderten die Schuhe.? „Ich verschmähe, auf Ihre Beleidigungen jeinzugehen," antwortete der Rucksack, „lvas kann man von einem Ochsest anderes verlangen als Rindleder?"—!! „Aber Kinder." jagte der Regenschirm, „üun seid doch mal still. Man kann ja sein eigenes Wort nicht verstehen. Ich wollte mir gerade erzählen lassen, wie es eigentlich heute gewesen ist; also wer will mir diesen Gefallen tun?" — Niemand meldete sich. Endlich sagte der Stock: „Es wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als üinzufangen. Wie Ihr wißt, ist mein eigentlicher Berstf Bergstock. D^e ganze Woche habe ich Feiertag und nur Sonntags k ann ich meinen i eigentlichen Beruf erfüllen. Also, als heute morgen um 5 Uhr der^Wecker rasselte, war ich schon vollständig munter. Ich beobachtete, fvie sich mein Herr rasch anzog und sich rasierte, wgs indes Luxus war, Und sich dann mit mir noch etwas schlaftrunken austden Weg zur Bahn! machte. Am Hauptbahnhof, jmitten unter Droschkenkutschern, Gepäckträgern und Tienstmännern,! gesellten sich noch zirka! Herren zu ihm, unter anderen Herr Doktor Ettlinger und Herr Kahr, die ich schoi?voijl früher her kannte. Reu war ein Herr Kaufmann dadei, der ein außerordentlich netter und liebenswürdiger Mensch ist. ^ch kann gar njicht bc> greifen, daß er im Borstand des Montefiore»! Hereins ist." — j „Obo," machte der Rucksack. „Ja," fuhr der Stock wüter fort, „er ist sogar

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