Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Wolfgang Bretschneider (Frankfurt a. M.): Unterwegs
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 3)
- Language
- German
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Und hat Zeit und Appetit. Pausen aber, die entstehen Völlig unvorhergesehen, Hat man nie besonders gern. Kalt ist's über alle Maße, Brummig steh'n wir auf der Straße, Und das nächste Dorf ist fern. Schuld an allem war der Götz! Lieber Gott, wird dös a Hetz* Unterwegs, unterwegs---■ Schließlich ist, nach langem Warten Alles wiederhergestellt, Und von neuem kann man starten: Städte, Dörfer, Wald und Feldl Bäume, Menschen, Häuser schwinden, Und die Straße rast nach hinten — Halt! Die Schranke ist gesperrt. Und da kommt, kaum zu ertragen, Kommt ein Zug mit fünfzig Wagen! Und um 8 Uhr ist Konzert. In zwei Wochen, welche Qual, Kam der Unhold 14 Mal Unterwegs, unterwegs----— Endlich da! wir pusten, schwitzen. Stellt die Notenpulte auf! Instrumente raus! Wir sitzen. Nimm nun, Schicksal, Deinen Lauf! Und ich merk' es mit Entsetzen: In dem fürchterlichen Hetzen Setzten wir uns viel zu dicht. Wenn ich kräftig rechts lang streiche, Fahr' ich Rudi in die Weiche, Links hin Oskar ins Gesicht. Man gestand sich's hinterher: So schön war's schon lang nicht mehr Unterwegs, unterwegs-- Grübelnd, schweigsam und zerschlagen Sitzt man nun mit müdem Blick Wieder in dem großen Wagen, Und man rast den Weg zurück. Draußen durch das starre Dunkel Flimmert fernes Lichtgefunkel. Grauer Rauch wiegt sich im Tanz. Um die Schlote, um die Fenster