Pult und Bühne
- Journal
- Pult und Bühne
- Volume
- 1938
- Article
- Werner Levie: Der Reichsverband stellt sich vor
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 3)
- Language
- German
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(»~ ' soziale Belange der Künstler ebenso wie dafür, daß die Honorarforderungen im Einklang stehen mit den finanziellen Möglichkeiten, die die Kulturbünde haben. Das macht natürlich alles außerordentlich viel Arbeit; denn diese technischen und organisatorischen Angelegenheiten bilden ja nur den Rahmen für die Gesamttätigkeit des Reichsverbandes." „Ja, das ist alles sehr schön, aber wer zahlt denn das alles?" „Die Kulturbünde ebenso wie die Künstler zahlen an uns Mitgliedsbeiträge. Die Kulturbünde pro Kopf ihrer Mitglieder und die aktiven Künstler prozentuelle Abzüge von ihren Gagen. Glauben Sie aber ja nicht, daß das sehr große Summen sind. Denn das Bestreben ist es naturgemäß, niemanden allzu stark zu belasten. Im Gegenteil. Wir sorgen noch dafür, daß die Wirtschaftsführung der Kulturbünde mit der größtmöglichen Sparsamkeit vor sich geht. Das Präsidium und die Geschäftsführung des Reichsverbandes stehen in enger Fühlungnahme mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und prüfen mit dieser gemeinsam Bilanzen und Geschäftsführung der einzelnen Kulturbünde, damit, wo es nötig ist, Einsparungen vorgenommen werden können und andererseits dringend notwendige Subventionen von der Reichsvertretung und den jüdischen Gemeinden gezahlt werden." „Dann ist also der Reichsverband gewissermaßen eine Aufsichtsbehörde?" „Ja und nein! Der Reichsverband ist verantwortlich für alle im jüdischen kulturellen Leben vor sich gehenden Veranstaltungen. Er ist verantwortlich für die Innehaltung aller behördlichen Vorschriften und muß selbstverständlich dafür sorgen, daß ihm aus dieser Verantwortung keine Schäden erwachsen, wenn Einzelne seine Anordnungen nicht befolgen. Er läßt aber in künstlerischer und finanzieller Hinsicht den angeschlossenen Organisationen volle Bewegungsfreiheit, er ist nur ihr Berater und steht im ständigen Gedankenaustausch mit den Leitern der Kulturbünde und mit der Künstlerschaft." „Sie sprachen vorhin davon, daß diese technische Arbeit nicht die gesamte Tätigkeit des Reichsverbandes darstelle. Was geschieht denn nun mit den Autoren und mit den bildenden Künstlern?" „Diese Frage ist sehr berechtigt. Wir haben mit der STAGMA, der Staatlichen Gesellschaft für den Schutz der Urheberrechte, einen Vertrag geschlossen, auf Grund dessen die jüdischen Komponisten für die im Rahmen des Reichsverbandes aufgeführten Werke ihre Tantiemen erhalten. 9