Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 10 (10.1911)
- Date
- 1911-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10 203 Charlottenburg. J. T. V. Am 10. September veranstalteten wir einen Dampferausflug nach Ziegenhals, der über jede Kritik erhaben schön verlief und das Sommersemester würdig beschloß. Der Turnbetrieb hat jetzt wieder mit frischem Eifer eingesetzt und regelmäßige Vorträge sorgen für die mens sana im corpore sano. Als Erster sprach Herr Hans üoslar über „Die Judenfrage". Vivant sequentes! Unser bewährtes Mitglied Herr Albert Elzas wurde durch die Ernennung zum Sachverständigen der Lederbranche für die Berliner Gerichte ausgezeichnet. Hamburg. J. T. V. Bar Kochba. Bericht über das Sommerhalbjahr 1911. Der Bar Kochba hat im letzten Sommer sowohl in dem Wachstum seiner Mitgliederzahl in sämtlichen Abteilungen, wie auch in seiner inneren Organisation erhebliche Fortschritte aufzuweisen gehabt. Um ein klares Bild dieser aufsteigenden Entwicklung zu geben, fassen wir heute das während des Sommerhalbjahres Geleistete in einem einheitlichen Semesterbericht zusammen, selbst auf die Gefahr hin, einzelnes in diese'r Zeitschrift bereits Geschildertes zu wiederholen. Durch die im Hamburger Velodrom veranstaltete „Ausstellung gegen den Alkoholismus" war uns Gelegenheit geboten, zum ersten Male die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf uns zu lenken. In den ausgedehnten Ausstellungsräumen war uns neben anderen Sport- und Turnvereinen ein günstig Kelegener, größerer Platz angewiesen. Um die geschmackvolle Anordnung, die neben verschiedenen Vereinsbildern, Statistiken, Diplomen, vor allem Jahrgänge der Jüdischen Turnzeitung aufwies, hat sich besonders Herr Leopold Abraham verdient gemacht. Die Zusammenstellung ergab ein klares Bild der Verbreitung und der Bedeutung unseres Verbandes und hat zweifellos allgemeines Interesse erweckt. Ueberhaupt beginnt das Verständnis für unsere Arbeit in Kreisen, die uns früher fremd gegenüberstanden, zu wachsen. Besonders verdient hier das Verhalten des -„Vereins zur Pflege armer israelitischer Kinder" hervorgehoben zu werden, der uns auf Veranlassung von Herrn Mathiason einen jährlichen Beitrag von 100 M. bewilligte. Wie wir in dieser Zeitschrift schon früher berichteten, hielten wir es voh Anfang an für eine unserer Hauptaufgaben, Kindern bedürftiger Eltern den Eintritt in unsern Verein zu ermöglichen. Wir nehmen solche Kinder ohne Beitragszahlung auf und stellen ihnen auch noch Turnkleidung zur Verfügung. Für diesen Zweck kam uns der Beitrag sehr zu statten, wenn wir auch noch erheblich aus Vereins- Eeldern zusteuern mußten. Wir konnten 14 Knaben und 19 Mädchen diese Vergünstigung zuteil werden lassen. Auch noch in anderer Richtung konnten wir an jüdischen Kindern unsere soziale Pflicht erfüllen. Die zionistische Frauenvereinigung hat auch in diesem Jahre wie alljährlich Kinder in die Ferienkolonien entsandt. Wir kamen gern der Aufforderung nach, während dieser Zeit den 55 Kindern unentgeltlich Turnunterricht erteilen zu lassen. Wir hatten die Freude, eine Kanze Anzahl dieser Kinder wenig später als jungen Nachwuchs unseres Bar Kochba begrüßen zu können. # Unsere Kinder-Abteilungen entwickeln sich, wie die Statistik zeigt, sehr günstig. Wir sahen uns genötigt, die Mädchen-Abteilung zu teilen. Fräulein Katzenstein übernahm die jüngeren Kinder, in Fräulein Liepmann 'anden wir eine geeignete Leiterin der zweiten Mädchen-Abteilung. In der Knaben-Abteilung turnten durchschnittlich 38,3, in der ersten Mädchen-Abteilung: 40,2, in der zweiten 30,9 Kinder.