Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 7 (7.1911)
- Date
- 1911-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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146 No. 7 Jerisch ausgeführten Rahmen versehen und in jeder Beziehung schön und gefällig ausgestaltet. Hinaus ins Freie ist die ernste Mahnung einer zeitgemäßen Körperpflege und der Erziehung des Gemütes zur Freude am Leben und an der Arbeit. Nicht etwa nur für den Menschen, den Stadtluft und Industriedunst umgibt; auch wer in ländlicher Arbeit lebt, ist oft der Mahnung bedürftig, die dumpfe Stube bei seiner Erholung zu meiden und den durch die Wochenarbeit einseitig in Anspruch genommenen Körper durch besondere Spiel- und Sportübungen in frischer Luft gesund, gerade und geschmeidig zu erhalten. In einem neuen Werkchen des Verbandes für soziale Kultur und Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohl), das uns dieser Tage zu Qesicht kam, scheint uns in neuer praktischer Weise für die breitesten Volksmassen, insbesondere die heranwachsende Jugend, alles zusammengestellt zu sein, was man gerne nachliest und nachschlägt, wenn man sich über die Grundsätze des Wanderns, mit seiner Erziehung zur Heimatliebe und zum Naturgenuß, über Turnen, Spiel, körperliche Uebungen und Sport aller Art zu jeder Jahreszeit unterrichten oder andern in Vereinen und Klubs dabei helfen will. Es ist ein Taschenbuch, betitelt: „Wandern, Spiel und Sport", von 290 Seiten mit 151 Abbildungen, solid und hübsch ausgestattet (0.75 M., in Partien noch billiger; Volksvereins-Verlag G. m. b. H., M.Gladbach), das in seiner Billigkeit fast unmöglich erscheint, auf der andern Seite aber ein nachahmenswertes Vorbild darstellt. Das praktische Handbuch müßten wir bald in der Hand eines jeden jungen Menschen sehen, dem Gesundheit und Körperpflege am Herzen liegt. Aus der Jüdischen Turnerwelt. Berlin. J. T. V. „Bar Kochba". Das diesjährige Sommersemester scheint auf die Weiterentwicklung unseres Vereins eine große Bedeutung zu haben. Der Spiel- und Sportplatz in Schulzendorf, dessen Einrichtung in der Berichtsepoche durch Schaffung geräumiger Umkleide- und Geräteräume, durch Anlegung eines Brunnens, einer Laufbahn etc. fast vollendet ist, verspricht für die Mitglieder aller Abteilungen und deren Angehörigen ein gern aufgesuchter Erholungsort zu werden. Durch den Spielplatz haben wir bereits eine Anzahl neuer Mitglieder gewonnen, die fast ausnahmslos der neu gegründeten Sportabteilung beitraten. Wir konnten auch eine Anzahl jüdischer Vereine, so den J. T. V. Charlottenburg, eine Anzahl Herren der Bne Brith-Loge und die Wandergruppe des J.J.B, als Gäste bei uns begrüßen. Mit der wachsenden Popularität des Platzes steigt natürlich der Spiel- und Sportbetrieb, der ein Maximum mit etwa 180 aktiven Teilnehmern bis jetzt zu verzeichnen hat. Der Sonntag in Schulzendorf bietet etwa folgendes Bild: Schon früh des Morgens findet sich der eifrigste Teil unserer Jugend auf dem abseits des Stromes der Sonntagsausflügler gelegenen Platz ein. Der Vormittag wurde bis jetzt der Einrichtung des Platzes gewidmet. Die einen, mit Spaten, Stampfen und anderen Geräten ausgerüstet, mühen sich wacker, den Zaun zu ziehen, andere zimmern an der Inneneinrichtung, wieder andere vermessen oder ebnen die selbstangelegte „Aschenbahn". Um 12 Uhr wird Mittagspause gemacht. Vorsorgliche Mütter haben für warmes Mittagessen gesorgt. Das Reisigfeuer im „Kochherd" hätte den Spirituskocher wohl längst in Mißkredit gebracht, wenn nicht Ruß und verbrannte Finger an seine Unvollkommenheit erinnert hätten. Nach dem Mittag halten viele ihr Mittagsschläfchen im schattigen Orase oder gar in Hangematten. Allmählich beginnt mit den ankommenden Nach-