Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 5 (5.1911)
- Date
- 1911-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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104 No. 5 Herren: Dr. Baer (Elisabethstr. 611), 1. Vorsitzender, Apotheker Beermann, 2. Vorsitzender, E. Meyer, Schriftführer, Schlesinger und Aronheim, Kassierer. Es wurde beschlossen, eine Tennisriege einzurichten, eventl. eine Ruderriege, Schwimm- und Fechtriege; ferner, den hebräischen Kursus auch im Sommer fortzusetzen. Neben den Turnstunden, die weiter Montag und Donnerstag von 9—11 Uhr stattfinden, wird im Sommerhalbjahr auch Sonntag vormittag auf einem Turnplatz gespielt werden. Am 7. Mai fand der erste Turnmarsch statt. Vor der Generalversammlung sprach Herr Dr. Baer über „Die Lage der Juden in Osteuropa". Sport. Wien. Sportklub „Hakoah". Das Märzheft der „Jüdischen Turnzeitung" enthält einen Aufsatz über Sport im Berliner „Bar-Kochba", in dem bemerkt wird, daß der Sport im Dienste nationaler Bestrebungen neu sei, wenigstens bei uns'; bei Tschechen etc. vielleicht nicht. Daß dem nicht so ist, beweisen das bereits zwei Jahre währende Bestehen des Sportklubs „Hakoah" in Wien, die bald darauf erfolgten Gründungen des „Makkabi" in Krakau, des „Bar-Kochba" in Rzeszow und des Jüdischen Sportklubs „Hakoach" in Czernowitz, während „Vivöes Athletikai-Club" in Budapest und „Hasmonea" in Lemberg fast 5 Jahre bestehen. Die genannten Klubs, mit denen wir in Korrespondenz stehen, betreiben zwar alle hauptsächlich den Fußballsport, doch besitzt „Vivöes Athletikai-Club" eine ausgezeichnete Fecht- und Ringerriege, während die „Hasmonea", „Makkabi" und „Hakoah" bedeutende Leistungen im Laufen, Diskus, also der Leichtathletik, erzielten Daß aber der Sport im Dienste der jüdischnationalen Idee tatsächlich in Oesterreich lebt, dafür erlauben wir uns folgenden Bericht einzusenden. „Hakoah" gegen „Makkabi" 2:2. Sonntag, den 2. April, fand in Krakau ein Fußballwettspiel zwischen der ^Hakoah"-Wien und dem „Makkabi"-Krakau statt. Ueber 1000 Personen waren zu dem Wettspiel der beiden nationaljüdischen Mannschaften erschienen. Die „Hakoah"-Mannschaft litt im ersten Halftime sichtlich an den Strapazen der Reise, außerdem mußte sie ohne ihren ständigen Tormann antreten. Andererseits stieß sie auf eine vorzüglich eingespielte Mannschaft, welche ihr bestes Können zeigen wollte. Eine leichte Kombination des linken Flügels der „Hakoah" erzielt den ersten Treffer. Ein Freistoß wird hierauf vom „Makkabi" sicher in ein Qoal verwandelt. Abermals ist es dann der Unke Flügel der „Hakoah", der durch Spitzer ein Volley-Qoal einsendet. Halbzeit 2:1 für „Hakoah". Die zweite Spielhälfte wird fast ausschließlich im Felde des „Makkabi" geführt. Die „Hakoah" bedrängt nunmehr unaufhörlich. Trotzdem gelingt es ihr nicht, einen stärkeren Sieg zu erzielen. Üazu versagte der Ersatztormann bei einer ganz leichten Situation, so daß „Makkabi" 2 :2 ausgleichen kann. Dieses Resultat war dann nicht mehr zu ändern. Bei „Makkabi" war die Verteidigung, Tormann und Backs, ausgezeichnet. Auf Seite der „Hakoah zeigte die Stürmerreihe ein schönes und rasches Vorgehen. So war das erste Zusammentreffen zweier jüdischer Fußballmannschaften für beide Teile ehrenvoll beendet. Berlin. Am 30. April stellte steh die neue Sportabteilung des Bar Kochba dem Verein und der Oeffentlichkeit vor. Auf dem neuen Sportplatz in Schulzendorf, inmitten des schönsten Waldes, der eine Erholungsstätte für sämtliche Mitglieder des Vereins zu werden verspricht, stellten sich etwa 50 Teilnehmer an den Eröffnungswettkämpfen dem Starter. Unter ihnen befanden sich außer den Mitgliedern der neuen Sportabreiliinv' viele, die anderen Sportsvereinen Oroß-Berlins aligehör-