Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 2 (2.1911)
- Date
- 1911-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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38 No. 2 Turnabend ein zufriedenes Gesicht machen und sich vergnügt die Hände reiben. Der Turnbetrieb ist etwas schwächer gewesen als im Vorjahre, ■welches darauf zurückzuführen ist, daß unser Leiter Dr. Josef Katz sich seit längerer Zeit mit Uebersiedlungsabsichten getragen hat. Tatsächlich ist Dr. Katz nach Sambor übergesiedelt. Nichtsdestoweniger wird de*' Turnbetrieb aufrecht erhalten und erfreut sich eines zahlreichen Besuches, ein Zeichen von der Lebensfähigkeit unseres Vereins. Vor seiner Abreise hat Dr. Josef Katz das Vereinsinventar um eine bewegliche Leiter und ein Sturmlaufbrett mit Qestell vergrößert. Sämtliche Geräte sind bezahlt und Eigentum des Vereins. Um das Turnen auch einer größeren Anzahl von Kindern zugänglich zu machen, sind Unterhandlungen mit der Verwaltung der jüdischen Volksschule eingeleitet worden, um daselbst den Turnunterricht für die Schulkinder obligat einzuführen. Gegen ein kleines Entgelt ist unser Verein bereit, der Volksschule seinen Saal und Geräte zur Verfügung zu stellen. Aus Kalusz (Galizien) meldet der „Wschod", daß sich dort ein Komitee zur Gründung eines Turnvereins gebildet hat. Die Leitung ruht in den Händen Von Dr. Sokal und Maximilian Fiehl. Sambor (Galizien). Die ersten Schritte zur Propaganda für die Turnidee und die Agitation für die Gründung eines jüdischen Turnvereins sind von Dr. Josef Katz eingeleitet worden. Sport. Bin Jahr Athletik. Die Deutsche Sportbehörde für Athletik, die ihre vierzehnte Wahlversammlung am 11. und 12. Februar in Hamburg abgehalten hat, veröffentlicht den Verwaltungsbericht für das verflossene Jahr. Danach lagen die wichtigsten Erfolge des Jahres diesmal außerhalb der Bundes. Der eine war die Einführung leichtathletischer Uebungen in sportlicher Form in den Ausbildungsplan des deutschen Heeres nach dem im letzten Jahre neu erschienenen Turnvorschrift vom 3. Mai 1910. Hier ist mit Vorbedacht neben dem Springen zunächst nur der Wettlauf und Eilbotenlauf erwähnt, um der Neuerung Zeit zu lassen, sich einzugewöhnen. Der zweite große Erfolg war die amtliche Anerkennung des Sports durch den Ausschuß der Deutschen Turnerschaft auf der Sitzung am 22. bis 24. Juli in Straßburg. Damit ist endgültig Frieden geschlossen worden zwischen Turnen und Sport. Der sportliche Betrieb des Jahres 1910 übertraf den der Vorjahre beinahe um die Hälfte. Die Zahl der athletischen Veranstaltungen, die im Jahre 1909 einschließlich internationaler, nationaler und lokaler Wettkämpje 185 betragen hatte, schnellte in der verflossenen Saison auf 212 emporim einzelnen stieg die Zahl der internationalen Veranstaltungen von 20 im •J»*"'? 1909 auf 25, die der nationalen von 51 auf 67 und die der lokalen von 11» auf 120. Die stärkste Beteiligungsziffer aller Veranstaltungen wies aer Stafettenlauf Potsdam^-Berlin um den „Kaiserpreis" auf, der nicht wenige als 1400 Teilnehmer auf die Beine brachte, eine Zahl, wie sie bei einem athletischen Wettkampf in Deutschland noch nie erreicht worden ist. Nebe» dem Kaiserpreis hatte das Frühjahrs-Querfeldeinlauien des Berliner Verbandes im Grunewald die stärkste Besetzung aufzuweisen, da zu diesem