Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 12 (1911)
- Issue
- 2 (2.1911)
- Date
- 1911-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2 31 Aufgabe wohl bewußt ist und daß er, wenn die notwendigen Vorbedingungen segeben sind, vor Neugründungen nicht zurückschreckt. Denselben Stand- Punkt nahm er in der Frage der Sportabteilung ein, deren Gründung dem Vorstand aufgegeben wird. Ein Antrag des Vorstandes auf Pachtung eines für uns günstigen Vereinsspielplatzes in Eichkamp wird ebenso wie ein Antrag auf gründliche Revision der Statuten, die den veränderten Verhältnissen Rechnung tragen soll, widerspruchslos angenommen. Alle diese Anträge, die dem neuen Vorstand eine Fülle von Arbeit auferlegen, geben Kenntnis von dem Willen des Vereins, seine Organisation innerlich und äußerlich auszugestalten. Berlin. J.T.V. Bar Kochba. (Lehrlings-Abteilung.) Nach unserem im November abgehaltenen Schauturnen kann ich auch weiterhin über einen straffen und frischen Betrieb berichten. Auch für sportliche Bestätigung unserer Lehrlinge ist durch unsere neueste Errungenschaft, die Fußballriege, gesorgt, und obwohl man nach so kurzer Uebungszeit noch von keinem großen Erfolg sprechen kann, so glaube ich doch schon jetzt zu einem Wettspiel unserer Fußballriege gegen eine nationaljüdische Elf eines unserer Verbandsvereine herausfordern zu können. Am letzten Sonntag, 12. Februar, wurde statt des Fußballtrainings eine Nachmittagsspielfahrt unternommen. Mit nicht allzu optimistischen Wetteraussichten hatten wir Berlin verlassen, doch der Anblick der prächtigen Winterlandschaft, die uns die vereiste Natur bot, hatte bald den letzten Rest von Mißmut in uns verscheucht. Nachdem im Qasthause die schwere Kleidung mit dem leichten Turnzeug vertauscht war, ging es hinaus zum Querfeldeinlauf. Doch kein ebenes Gelände, wie von unseren Hamburger Freunden, war vom Führer gewählt worden. Gleich zu Beginn führt der Weg bergauf, und dann immer Leiter über gebahnte und ungebahnte Waldwege geht die wilde Jagd. Nicht nur einzelne Spaziergänger, auch die hohen Kiefern schütteln bedächtig ihr Haupt über das eigenartige Treiben der Menschenkinder. Vorwärts heißt unsere Losung, kaum ist ein glatter Waldweg so recht angenehm empfunden worden, da geht es schon wieder quer durch Gestrüpp und bergauf; doch ''ort winkt unser Wirtshaus, und selbst der begeistertste Waldläufer drückt seine Freude darüber in einem ausgreifenden Finish aus. Eine Erholungspause Jäßt uns neue Kraft zu den nachfolgenden Spielen und Stafetten sammeln. Später bewiesen wir, daß es auch mit Lehrlingen möglich ist, einen gemütlichen Kaffeeklatsch abzuhalten. Zum Schluß noch ein tüchtiger Marsch durch die schneebedeckte Waldeinsamkeit, und nach längerer Fahrt müssen w'r uns bedauernd eingestehen: Die Erde hat uns wieder. Gehet hin und tuet desgleichen! G. J. JUdl»cher Turnverein „Bar Kochbe", Berlin_ Am Dienstag, den 7. MIrz 1911, abends 8% Uhr, findet im Tier- Sartenhof, am Bahnhof Tiergarten, zur Förderung des Frauen-Turnens eine öffentliche Versammlung mit turnerischen Vorführungen und anschliessender Diskussion statt. Das Referat hat Frau Dr. med. Klausner-Cronheim in dankenswerter Weise übernommen. Wir bitten unsere Mitglieder dringlichst, uns Adressen von Damen aufgeben zu wollen, die zu der Veranstaltung zu laden sind. Bei der Wichtigkeit des Themas hoffen wir auf die regste Propaganda seitens der Mitglieder.