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Jüdische Turnzeitung · 1910-11-01 · 11 (11.1910) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
11 (1910)
Issue
11 (11.1910)
Date
1910-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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172 No. 11 bewegung. In einem längeren Referat entwickelte er den Gedanken der Jüdischen Turnerschaft, welche als die jüdische Jugendbewegung der Zukunft zu betrachten sei. An der Diskussion beteiligten sich u. a. die Herren Dr. Simon, Dörnberg, Dr. Isaac, Heller und Burin. Ueber die Notwendigkeit turnerischer und sportlicher Betätigung in jüdischen Vereinen war man einig, nur die Wege wurden verschieden gezeichnet. Einige Redner stellten einen Gegensatz zwischen den Uebungen des Turnens und denen des Ruderns, Tennisspiels, Fechtens usw. her, der in wirtschaftlichen und „gesellschaftlichen" Momenten seine Ursache habe. Die Vertreter der Ruderriege des Jüdischen Jugendbundes, die von jüdischen Turnern geschaffen und geleitet ist und die sich in Rudererkreisen bereits eine geachtete Stellung erkämpft hat, stellten sich auf den Boden der Jüdischen Turnerschaft. Es scheint in Berlin eine Verständigung aller Elemente angebahnt zu werden, die turnerische und sportliche Betätigung als Juden suchen. Zum Winterfest des Jüdischen Jugendbundes am 10. Dezember wird der „Bar Kochba" eine Reckriege stellen. Jüdischer Turnverein Charlottenburg. Unser III. Stiftungsfest fand an- 19. November statt. Durch einen Trick, der tiefstes Geheimnis unserer bewährten Vergnügungskonimission bleibt, waren wir in der Lage, den prächtigen Saal des Charlottenburger Logenhauses zu außergewöhnlich günstigen Bedingungen zu mieten. Da auch sonst dank der Umsichtigkeit unseres unermüdlichen Georg Wolff alle Vorbereitungen äußerst gut getroffen waren, übertraf der Verlauf der Feier wirklich die kühnsten Erwartungen. Zur Erholung der tanzbeflissenen Jugend fanden vor, während und nach der urgemütlichen Kaffeetafel recht hübsche Darbietungen statt. Ein besonderes Lob verdient die Charlottenburger Eliteriege, die mit mustergültiger Exaktheit ihre Pyramiden zur Schau brachte und damit einen schönen Beweis unserer Fortschritte gab. Es regte sich alsbald auch eine Begeisterung unter den Gästen für die jüdische Turnidee, und die Dahlen behaupteten morgens um 6 Uhr' das Tanzen sei doch das beste Mittel für unsere physische Regeneration. Wir sind zu höflich, um zu widersprechen. Hamburg. Am 26. November hielt Herr Dr. Jalowicz -Berlin im hiesigen „Bar Kochba" einen sehr interessanten Vortrag über: „Die jüdische Turnbewegung". Nach dem Vortrag, der stark besucht war, fand ein geselliges Beisammensein statt. Wien. I. Wiener J.T. V. (Ordentliche Hauptversammlung.) Am 22. Oktober d. J. fand die diesjährige ordentliche Hauptversammlung unseres Vereins statt, die von über 100 Mitgliedern besucht war. Der Obmann, Herr Dr. Krasny, eröffnete um 8 Uhr abends die Versammlung, De" grüßte die Erschienenen, namentlich unseren Ehrenobmann Herrn Dr. Werner, und erstattete den Bericht über das abgelaufene Vereinsiahr. Aus diesem geht hervor, daß der Verein auch in diesem Jahre eine zufriedenstellende Entwicklung genommen hat. Die Zahl unserer Mitglieder ist beträchtlich gestiegen, die materielle Lage des Vereins hat sich bedeutend gebessert, wozu auch die Erhöhung der Subvention von Seiten der Wiener Kultusgemeinde, Subventionen von anderen Korporationen — 80 von dem Vereine B'ne brith — und vor allem die zu Gunsten des Vereins iw> im Wiener Bürgertheater stattgefundene Matinee, die ein sehr schönes Reinerträgnis abwarf, beigetragen haben. Eine Neuerung in diesem Vereinsiahr war die Einführung eines Kinderturnens durch Gründung einer Privatturnschule des Vereins, die sich dank der vortrefflichen Leitung des Herrn Turnlehrers Rudolf Pollak außerordentlich bewährt hat. Aus der Reine

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