Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 9 (9.1910)
- Date
- 1910-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9 133 teiligung (wohl an fünfzig Damen und Herren mögen mit bei der Partie gewesen »ein) nach a Uhr nachmittag« nach Kierberg, von wo aus die Waldwanderung begann. Zwei Stunden dauerte es, bis die erste Rast winkte, in Kottingen wurde Halt gemacht und grosse Kaffeetafel angesetzt. Vorzüglich mundete der Bauerokuchen und der Ober Erwarten ausgezeichnete Kaffee den Wanderern, unter denen sich auch viele altere Herren und Damen befanden, ein gutes Zeichen fOr unsere sich mehr und mehr entwickelnde „Altersriege*, die vor dem eines unserer Schmerzenskinder gewesen. Nach beendeter Kaffeetafel verkürzte sich die Jugend die Zeit bis zum Abmärsche mit fröhlichen Spielen im geräumigen Hofe unserer Herberge; Blindekuh, Dritten abschlagen und alle die so beliebten Turnerspiele wurden unter kf J"nc,lzen Qer neugierig zuschauenden Dorfjugend vorgefahrt. Gegen 7 Uhr «Bends begann der Aufbruch. Die zweite, längere Wegpartie war jetzt zurücklegen. Aber, stand auch wiederum ein mehrstündiger Marsch bevor, die rüstigen Wanderer Hessen sichs nicht verdriessen und, Lied auf Lied anstimmend, ging es 4er Abenddämmerung entgegen, die allmählich ihre Schatten über die grünen walder warf. Als das letzte Tageslicht erlosch, wurden die mitgebrachten f-smpions angezündet und nun gings, manchmal auf ungewissen Wegen, weiter. Jura wart Löwendahl vollbrachte wie immer sein Meisterstück im Führen, und keine Irrfahrt war zu verzeichnen, mochte auch manchmal die Wegmarkierung e i° w>e die Wegekarte versagen. Wenige Minuten vor 10 Uhr waren wir *■ Endziele, in Hermülheim, angelangt, von wo aus uns die Bahn nach Hause »ringen sollte. Der Führer, der wusste, dass keine Zeit zu verlieren sei, mahnte . vergeblich — zum Aufbruch, nur wenige waren es, die ihm folgten und von einer letzten Rast im Dorfwirtshause in der Nahe des Bahnhofs Abstand nahmen. lese wenigen erreichten denn auch noch rechtzeitig den letzten, kurz nach 10 Uhr »»ch Köln abfahrenden Zug, die Mehrheit der Ausflügler aber erreichte den Babnflh 1 U 3p4t und musste nun m'' lange» Nasen (wie behauptet wird) sich wohl oder hei entschliessen, die mehr als stundenlange Wanderung nach Köln statt programmmusig mit der Bahn, ganz unprogrammäßig zu Fuss zurücklegen. Ja, so gehts, Wer nicht hören will, muss — gehen. Ebenfalls nicht ganz programmlssig verlief unser Sommerfest am verflossenen j?onntag, den 4. September. Wie in vergangenen Jahren, machte uns auch diesmal v\\ etterKott einen unerwarteten Strich durch die Rechnung, d. h. in diesem 'eile durch die geplanten Wetturnspiele, die wahrend des Nachmittags auf der Spielwiese der „Waldachanke' im Kölner Stadtwald stattfinden sollten. Kaum w"e<> unsere Fussballspieler angetreten, als ein tüchtiger Regenschauer niederging, und die Turner in das Restaurant scheuchte, wo unter trübseligen Betrachtungen / ^est ^M Nachmittags verbracht wurde. Der Beginn des Abendprogramms erst lei die Lebensgeister wieder zu neuen Taten und Erwartungen wach. Im Nu Wsren die Sale, in denen sich unter Mittag allerhand fremdes Volk getummelt, von 'en Nichtzünftigen entblösst und nun gings an ein Tischerücken und Ordnen, dass m*n (laubte, eine Pionierabteilung hantieren zu sehen. Von allen Seiten strömten ■e geladenen Gute herbei, die, des schlechten Wetters ungeachtet, sich in alter rene eingefunden hatten, um den Abend mitfeiern zu helfen, für den unser Komitee aiestnii besonders fleissig gearbeitet hatte. Um 8 Uhr eröffnete Turngenosse Levy m't einem kurzen, beifallig aufgenommenen Willkommengruss den offiziellen Abend, nT u"* **eine von künstlerisch vollendeten Rezitationen und Muzikvortragen brachte. H" Herren Tobar und Eichhorn als Rezitatoren, Kapellmeister Roese (Pistonsolo), Herr Holscher (Cellosolo) und Herr Konservatorist Levy (Bass) fesselten das Interesse der Zuhörer mit einer Reihe gediegener Darbietungen und erwarben sich den Pili I*Ureichen Zuhörerschaft, die den geräumigen Saal bis auf dss letzte platschen füllte. Die Stimmung war schon recht animiert, als der Festball begann, «er durch «ine Wandelpolonaise in der Umgebung der Waldschanke eröffnet wurde, Besonders reizvoll durch die vielen Lampions, die das Walddunkel erleuchteten und Nk der 'm laogen Zuge Dahinschreltenden auf ihrer Wanderung begleiteten. "*ch Mitternacht fand die Festlichkeit, um deren Gelingen sich insbesondere unser *urngeiiosse Herr Carl Moses verdient gemacht hat, ihr Ende und die letzten D p <äurcn strömenden Regen der Stadtbahn und ihren heimischen Penaten zu. »» Fest im Ganzen darf als ein gelungenes bezeichnet werden und hat wiederum 8**eigt, dass wir in unserem Verein nicht nur eifrigem turnerischen Streben