Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 2 (2.1910)
- Date
- 1910-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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32 No. 2 indem er in bewegten Worten das Wirken des Verstorbenen als Menschen und Juden schilderte. Der Vorstand berichtete, daß die Entwicklung des Vereins, die zuerst so gut einsetzte, später leider infolge vieler widriger Umstände keine günstige mehr war. Der Grund ist zunächst darin zu suchen, daß die nationaljüdischen Kreise Charlottenburgs, auf die wir hauptsächlich gerechnet, und die ihre Unterstützung bestimmt zugesagt hatten, uns einfach im Stich ließen. Daher ist auch die finanzielle Lage des Vereins eine äußerst ungünstige, um so mehr, da noch alte Verpflichtungen von der Gründung her bestehen. Es soll durch eine größere Propaganda eine Besserung der Vereinslage herbeigeführt werden. Unser bisheriger Turnwart, Ernst Herrmann, verläßt uns leider, da er nach Palästina übersiedelt. Der Vorstand wird jetzt in folgender Weise zusammengesetzt: Vor sitzender: Rechtsanwalt Julius Heilbrunn; 1. Turnwart (stellv. Vorsitzender): Cand. ing. Stefan Dörnberg; 2. Turnwart: Bankbeamter Leopold Gans; Schriftwart: Kaufmann Georg Moses; Kassenwart: Kaufmann Georg Wolff- Das Vereinsbureau ist Bleibtreustraße 52, U, bei G. Wolff. Ein Antrag auf Herabsetzung des Mitgliedsbeitrages wird abgelehnt. Zum Schlüsse gibt unser bisheriger Vorsitzender, Dr. Arthur Kahn, seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß er infolge Beteiligung an zahlreichen anderen jüdischen Bestrebungen sich nicht mehr an der Vereinsleitung beteilige" könne. — Die Turnabende finden auch fernerhin Dienstags von 8—10 Uhr. Joachimsthalerstr. 31/32, statt. Nach dem Turnen stets gemütliches Beisammensein bei Glastigan, Joachimsthalerstr. 27. Dortmund. Die Gründung eines Jüdischen Turnvereins ist hier in Aussicht genommen. Wir hoffen. Definitives demnächst berichten zu können- Graz, Jüdischer Turnverein. Der langjährige Obmann des Vereins, Herr Siegmund Leicht, wurde zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert und hat bereits seine Stelle als Sekundararzt am Allgem. Krankenhause zu Mähr.-Ostrau angetreten. In ihm verliert der Verein ein wackeres Mitglied, das sich um die jüdische Turnsache große Verdienste erworben hat. Herr Dr. Leicht versprach bei seinem Doktorumtrunk, auch in seinem neuen Aufenthaltsorte stets für die jüdische Turnsache wirken zu wollen. Herr Adolf Bergoffen, Turnwartsstellvertreter des Vereins, hat sich mit Fräulein Vilma Löwy verlobt. Kairo. Zu den bedeutendsten Syptomen des Aufschwungs jüdischnationalen Lebens in Kairo gehört auch sicherlich die Gründung eines jüdische» Turnvereins unter dem Namen „Die Makkabäer", welcher nach fünf Monaten seines Bestehens, trotz seiner sparsamen Mittel, dank der aufopfernden Mühe seines Gründers und Turnwarts Gg. Maggiar, bereits erfreuliche Ergebnisse aufzuweisen vermag. Sonntag, den 2. Januar, veranstaltete der Verein im Schirihofe der jüdischen Gemeinde ein Turnfest, zu dem ein überaus zahlreiches Publikum aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten herbeigeströmt war. Vor dem Eingange ragten an beiden Seiten der ägyptischen Fahne die jüdischen Magen- Dawid-Banner. Der umfangreiche Hof war reich illuminiert und mit geschmackvollen Arabesken geschmückt, auf deren Grund sich die zionistischen Bilder vorzüglich ausnahmen. Das Fest wurde mit der „Hatikwah" eröffnet, worauf die „Makkabäer" eine Reihe von Sonder- und Massenübungen in geschicktester Weise aufführten, die auf die Zuschauer einen sehr günstigen Eindruck machten. Besonderen Beifall ernteten die Schüler der jüdischen Gemeindeschule, die. mit blauweißen Fähnchen in den Händen, ebenso stramm wie graziös einige Massenübungen ausführten.