Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 11 (1910)
- Issue
- 2 (2.1910)
- Date
- 1910-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2 29 gegenüber den früheren erheblich umgestaltet werden. Insbesondere soll mehr Rücksicht darauf genommen werden, ein allgemeines, für jüdische Vereine Jeder Art brauchbares Liederbuch zu schaffen. Demgemäß werden in größerem Maße als bisher die allbeliebten Studenten-, Kommers-, Wander¬ und Turnlieder Aufnahme finden, aber auch der speziell jüdische Teil soll beträchlich ausgebaut werden. Daß notwendigerweise auch eine Bereicherung des Notenteils eintreten wird, versteht sich von selbst. Schon jetzt fordern wir alle Vereine und Privatpersonen auf,; uns die im Verein gangbaren Gesänge, vor allem auch neue Vereinslieder und etwa neue Kompositionen zu ihnen einzusenden, damit die Herausgabe des Büchleins schnell vonstatten geht. * Wie wir aus Palfistina erfahren, reichen die für den Bau des He/bräischen Qymnasiums in Jaffa zur Verfügung stehenden Mittel nicht aus, die in Aussicht genommene Turnhalle zu errichten. Die Kosten dieses Baues sind auf 10 000 Frcs. geschätzt worden, ein unserer Meinung nach sehr niedriger Betrag, der jedoch mit Rücksicht auf die ungewöhnlich geringen Arbeitslöhne nicht unrichtig zu sein braucht. Es wäre aufs tiefste zu beklagen, wenn wegen dieser immerhin nicht schwer aufzubringenden Summe die Errichtung der Turnhalle unterbleiben müßte. Das Hebräische Gymnasium soll einer modernen Erziehung der jungen palästinensischen Generation dienen, auf die wir so große Hoffnungen und Wünsche setzen. Innerhalb dieser Erziehung Wissen Leibesübungen einen großen Raum einnehmen. Sie dürfen keineswegs vernachlässigt werden oder gar ganz unberücksichtigt bleiben. Es wäre verhängnisvoll, wenn auf der ersten und einzigen modernen jüdischen Schule auf palästinensischem Boden die körperliche Erziehung eine stiefmütterliche Behandlung erfahren würde. Das Hebräische Gymnasium, das e'n Vorbild für alle späteren jüdischen höheren Lehranstalten in Palästina sein soll; und als solches dienen wird, darf unter keinen Umständen "denjenigen Teil der Erziehung außer acht lassen, der von der Idee, die; den Gründer des Gymnasiums leitete, nämlich der der Regenerierung unseres Volkes untrennbar ist. Was nützen alle schönen Reden Uber die dringende Notwendigkeit einer physischen Ertüchtigung unserer Jugendt werin es im ersten Praktischen Falle nur bei der Theorie bleibt. Obwohl wir uns bewußt sind, daß wir allein aus unserer eigenen Mitte den genannten Betrag nicht werden aufbringen können, möchten wir doch das Unsrige in dieser bedeutungsvollen Sache tun: Wir fordern unsere Vereine und Turner auf, zur Deckung der Baukosten der Turnhalle ihr Scherflein beizutragen und bitten, recht eifrig für diesen Zweck zu sammeln. Die ^Penden, deren Ausweis in unserer Zeitschrift erfolgt, wolle man an die Adresse des Herrn Dr. Zirker, Berlin, Alexanderstraße 38 a, senden. Selbstredend haben wir auch die größeren jüdischen Institutionen für diese Angelegenheit zu interessieren gesucht. Wir hoffen, daß auch dort die w'chtigkeit der Sache gewürdigt wird. o * » Eine erfreuliche Folge internerer Art hat unser Hamburger Verbandsion UtUrnen genaot: unsere Beziehungen zur „Jüdischen Turnerschaft von 1902 zu Hamburg" sind, dank der Vermittelung unseres früheren Vorsitzennn Herrn Dr" Ernst Tuch' wieder freundschaftliche geworden. Wir begrüßen die Wiederherstellung unseres früheren guten Verhältnisses zu der naniburger Vereinigung mit lebhafter Freude.