Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 10 (1909)
- Issue
- 3/4 (3.1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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46 So. 3—4 Zürich. Jüdischer Turnverein. Der Verein, der im letzten Juli begründet wurde, zeigt bereits eine gute Entwicklung, und damit hat die jüdische Turnbewegung zum erstenmal auch im Schweizerboden lebensfähige Wurzel gefasst, dem Beden, auf welchem sie eigentlich ihren Aniang genommen. Indem gleich von vornherein durch Anstellung eines tüchtigen Oberturners, Herrn Köhli, für die gründliche Ausbildung des z. T. ganz ungeschultsn Tiirnermaterials gesorgt wurde und aussei dem ein jüdischer Kollege, Herr H. Freund, seine Kraft dem Verein zur Verfügung stellte, konnten die Turner schon nach kurzer Zeit der jüdischen Öffentlichkeit ein Bild ihres Könnens geben. Einer Einladung der Zion. Ortsgruppe folgend, beteiligte sich der Verein mit Stabübungen und Barrengruppen am Makkabäerteste. Die exakte Ausführung hatte einen durchschlagenden Erfolg zur Folge und machte das Auftreten der Turner mit zum hervorragendsten Ereignis des Festes. Aber nicht unbehelligt sollte der Verein auf seinen Lorbeeren ausruhen. Der Neid oder die Gespensterfurcht vor dem Entstehen weiterer jüdischer Turnvereine in der Schweiz veranlasste ein Vorstandsmitglied eines Luzerner Turnvereins — einen Juden natürlich — rechtzeitig in der hiesigen jüdischen Presse vor dieser, dem Judentum drohenden Oefahr eindringlich zu warnen. Die hierdurch veranlasste Pressfehde brachte eine so billige und gute Reklame für den jungen Verein mit sich, dass sich der Vorstand veranlasst sah, einen öffentlichen Diskussionsabend zu veranstalten, um den Gewinn in Form von Beitrittserklärungen einzustreichen. Der Tunibesuch ist für den Anfang so zufriedenstellend, dass man daran gehen konnte, einen zweiten Turnabend wöchentlich einzurichten. D'* turnerische Ausbildung ist eine sehr gründliche, merkliche Fortschritte sind zu konstatieren. Hervorgehoben sei noch, dass auch das spezielle Gesundheitsturnen in Atemgymnastik und Müller-Übungen Berücksichtigung rindet. Die obligatorische Turnkleidung ist weiss mit blauer Binde, und ebenso wurde für die Vereinsbänder die blau-weisse Farbe, mit Magen-David S*' wühlt. Als Liederbuch wurde das bekannte „Jung-Juda" vom Bar-Kochba eingeführt. Der Vorstand wird zurzeit gebildet aus: Dr. Ringwald, Kantor Messinger, Hirsch, Riesser, Weill. 8- Wien. Jüdischer Turnverein, Fiinfhaus. Das rege Interesse aller unserer Mitglieder an dem Gedeihen unseres Vereines und die lebhafte, ununterbrochene Agitation bringen uns immer neue Turner und Turnerinnen- Die Herren turnen schon in fünf Riegen und könnten sogar in mehr Abteilungen antreten, wenn wir mehr Platz hätten. Unsere Turnhalle besteht nur aus einem einzigen Räume; damit sich die Mitglieder umkleiden können, müssen wir einen grossen Teil der Halle als Garderobe verwenden. Noch im vorigen Jahre kamen wir ganz gut aus. Aber heuer, wo wir berei» einen ansehnlichen Mitgliederstand erreicht haben, ist auch die abgeteilte Garderobe zu klein, und wir müssen dem Übel abhelfen. Es fehlt uns jedoctj das hierzu notwendige Geld, und wir wollen versuchen, durch Ausgabe Bausteinzetteln einen Teil der Baukosten zu erhalten. — Zugunsten des Garderobe-Baur'onds veranstalteten wir am 13. März in den Engelsälen '» Hietzing ein Schauturnen, und zwar unser erstes. Unser lieber Turnw«rj' Herr Theodor Steinherz, hatte sehr hübsche Keulenübungen zusammengesteH die von 36 Mann sehr gut ausgeführt wurden. Zum Oeräteturnen traten vie Riegen an. Die erste Riege, am breiten Pferd, tat sich mit sehr schweren Pendelschwüngen besonders hervor, die zweite zeigte sehr hübsche Übung* am Barren, die dritte turnte Kraftübungen am hohen Reck, und eine Al*er*" liege machte auf dem Bock elegante und hohe Sprünge. Die Mädchen-