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Jüdische Turnzeitung · 1909-01-01 · 1/2 (1.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
1/2 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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No. 1-2 21 Lissa i. P. Am Sonnabend, den 19. Dezember 1908, veranstalteten die jüdischen Gymnasiasten zu Lissa i. P. ihr Chanukahfest. Der Charakter der Feier war auch dieses Mal hauptsächlich turnerisch. Der Verlauf des Festes, das in den Sälen des Kaiserhofs unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde stattfand, war folgender: Die Feier wurde eingeleitet durch einen Prolog und eine Begrüssungsrede, welche von Turnern verfasst und gehalten wurden. Daran schloss sich die Festrede seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Baeck, der auch in liebenswürdiger Weise das Protektorat des Festes übernommen hatte. Nun folgten die turnerischen Darbietungen. Die Zöglingsriege, bestehend aus Schülern der Tertien und Quarta, zeigte Springen und Tauwettklettern. Die Vorführungen der Gymnasiasten der höheren Klassen (Prima, Secunda) bestanden in Pferdspringen und in Kürturnen am hohen Reck. Als Beweis für die Leistungen am Reck Wege dienen, dass 8 Turner die Riesenwelle ausführten. Den Höhepunkt der turnerischen Darbietungen bildete ein Stabreigen, an dem sämtliche 24 Turner teilnahmen. Abgeschlossen wurden die turnerischen Aufführungen durch zwei grosse Gruppen, die an hohen Leitern aufgebaut wurden. Nach einer theatralischen Aufführung begann der Tanz. — Durch unser Fest haben wir gezeigt, dass wir jüdischen Gymnasiasten auf turnerischem Gebiete Srosse Fortschritte gemacht haben und dass wir an Körperkraft unseren andersgläubigen Mitschülern wohl nicht nachstehen. Seit ungefähr sieben Jahren pflegen die jüdischen Gymnasiasten zweimal wöchentlich zu turnen, und zwar üben wir jetzt in einem uns vom Schulvorstand in der jüdischen Schule zugewiesenen Zimmer. Die Motive, die uns veranlassten, uns turnerisch zu betätigen, waren folgende: Wir hatten erkannt, dass wir turnerisch äusserst wenig leisteten und dass wir an Körperkraft und Körpergewandtheit unseren andersgläubigen Mitschülern weit nachständen. Um diesem offenkundigen Ubelstande abzuhelfen, haben sich die jüdischen Gymnasiasten zum Turnen zusammengeschlossen. Es sei noch erwähnt, dass wir die Genehmigung des Herrn Gymnasialdirektors "achgesucht und erhalten haben. S. G. Tarnopol. Jüdischer Turnverein „Bethar". Den ständigen Lesern Qer ..Jüdischen Turnzeitung" dürfte es wohl bekannt sein, dass unser Jüdischer Turnverein „Bethar" in der kurzen Zeit seines zweijährigen Bestandes em* erhebliche Stufe des Gedeihens und Aufschwunges erlangt hat und nun zu den blühendsten jüdischen Turnvereinen mit Recht gezählt wird. Im Anfange des gegenwärtigen Verwaltungsiahres hat sich der neugewählte s hSChuSS bestrebtkünftighin nicht mehr die Gastfreundschaft des ruthenichen Turnvereins „Sokol" in Anspruch zu nehmen, sondern einen eigenen urnsaal im hiesigen Schlossgebäude zu mieten und eigene Turngeräte seitUSChaffen' zumal eine beträchtliche Subvention von 2000 Kronen sich des nles'Sen Genieinderates unserem Unternehmen ein Gelingen <j "erte- Leider scheiterte unser Vorhaben an dem ablehnenden Bescheide » Kalizischen Landesausschusses, der über dieses Gebäude verfügt, und bei ri"d zenötiet. ut]ter finanziell höchst ungünstigen Bedingungen ferner erb aen Ruthenen zu hausen. Wir erhoffen ein eigenes Heim in dem zu eifrig e" »Jüd'sehen Nationalhause" zu finden, für welches wir * sammeln und dessen Fonds wir eigene Kassatiberschüsse einverleiben. tn^^J'Kentliche, turnerische Tätigkeit des Vereins stellt sich folgenderrie Pie Gesamtzahl der Turner besteht aus 6 Riegen, einer Männer- emer Damenriege, einer Riege junger Mädchen, einer

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