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Jüdische Turnzeitung · 1909-01-01 · 1/2 (1.1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
10 (1909)
Issue
1/2 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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14 No. 1—2 auf dem Spielplatz veranstalteten, brachte bei lebhafter Beteiligung recht gute Leistungen. Die Kommission für Turnfahrten veranstaltete zwei Tagesmärsche und gemeinsam mit der Kommission für gesellige Veranstaltungen vier Ausflüge mit Damen. Ausser den Vorträgen, die anlässlich der Vorturnerstunde stattfanden, Hess die Vortragskommission drei Vorträge veranstalten. Die Kommission für gesellige Veranstaltungen arrangierte insgesamt vier gesellige Abende und die M a k k a b ä e r f e i e r, die am 19. De-: zember im grossen Saale der Lesegesellschaft stattfand. Unter den sechs Makkabäerfeiern, die der Verein bis jetzt gefeiert hat, war sie die bestgelungene und bestbesuchte. Wir dürfen wohl sagen, dass sich diese Feier in der jüdischen Qemeinde Köln Bürgerrechte erworben hat. Die Finanzen des Vereins zeigen einen befriedigenden Stand. Der diesjährige Etat schliesst in Einnahmen und Ausgaben mit M. 1936,24 ab. Die Abrechnung weist einen Überschuss von M. 71,27 auf. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in diesem Jahre infolge der verhältnismässig grossen Kosten der Vorturnerstunde ungewöhnlich hohe Anforderungen an die Vereinskasse gestellt wurden. Ausserdem wurden für über M. 150 neue Geräte angeschafft. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, dass dem Vereine auch weiterhin ein gutes Qedeihen beschieden sein möge. Insbesondere rechnen wir darauf, dass der Zuwachs an Mitgliedern auch im neuen Jahre anhält. Noch steht die grosse Mehrheit der jüdischen Jugend Kölns ausserhalb unseres Vereins. Noch scheint es den weiteren Kreisen der nichtturnenden jüdischen Bürger Kölns unbekannt zu sein, dass sie unsere Bestrebungen auch durch passive Mitgliedschaft, als stiftende oder iördernde Mitglieder, unterstützen können. Und doch kann heute über die Notwendigkeit des Turnens gerade für die Juden und über die Notwendigkeit der jüdischen Turnvereine, in denen diejenigen Juden, die anderswo nicht turnen können oder wollen, eine Pflegstätte körperlicher Ausbildung und sittlicher Förderung, eine Pflegstätte aber auch des jüdischen Bewusstseins finden, kein Zweifel mehr obwalten. Zwar ist es uns gelungen, schon schätzbare Erfolge zu erreichen. Schon sind fast 1000 Juden durch unseren Verein gegangen und haben sich darin mit den Erfordernissen zeitgemässer Körperkultur vertraut gemacht. Niemand ist sich aber mehr als wir bewusst, dass noch viel zu tun übrig bleibt. Wir rechnen darum auf den bewährten Gemeinschaftssinn der Kölner Juden, dass sie uns in den Stand setzen, die Aufgabe, die wir uns gestellt haben, in immer höherem Masse zu erfüllen, nämlich die Juden zu starken Juden zu machen. Unser Verein veranstaltete am 29. Dezember 1908 zu Ehren seines von Köln scheidenden Mitgliedes und II. Turnwarts Herrn L u d w- Löwendahl eine Abschiedsfeier, die trotz der kurz vorhergegangene" Makkabäerfeier einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Die Feier wurde durch eine kernige Ansprache eingeleitet, in der besonders auf die grossen Verdienste des Herrn Löwendahl um den Verein hingewiesen wurde. Nunmehr folgten in rascher Reihenfolge eine Anzahl ernster und nun*)' ristischer Vorträge, die die Stimmung von Anfang an auf eine M* ungewohnte Höhe brachten. Fräul. Jenny Meyer trug einen, vo» unserem verdienten Mitgliede Herrn Carl Moses verfassten J2 r schwungvoll vor und überreichte zum Schluss Herrn Löwendahl ein P** vom Verein gestiftete vernickelte „Sandow-Hanteln". Herr L. Löw«0*

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