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Jüdische Turnzeitung · 1908-08-01 · 8/9 (8.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
8/9 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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154 No. 8/9 Leibesübungen unter den Juden Palästinas. Nach Mitteilungen des Herrn Zwy Orloff, Turnlehrer am hebräischen Gymnasium zu Jaffa. Die Turnidee ist von den neuen Kräften, die vor 3—4 Jahren in Palästina einströmten, hinübergebracht worden. In Herrn Dr. Leo Kohan, der vor zwei Jahren einwanderte, fand sich ein tüchtiger Organisator, dessen rastlosen Bemühungen die Gründung des Jaffaer Turnvereins „Richon le Zion" zu danken ist. Ein junger Mann aus Bulgarien übernahm die turnerische Leitung und es wurde regelmässig von 20—30 Turnern geturnt. Dieser flotte und teilweise äusserst erfolgreiche Turnbetrieb hielt sich etwa Va Jahr. Herr Dr. Kohan widmete dem Verein ständig seine Arbeitskraft und übernahm die physische Prüfung der eintretenden Mitglieder. Dieser Anfang berechtigt zu den schönsten Hoffhungen, und es ist ausser Zweifel, dass die kraftbewusste, tatenfrohe palästinensische Jugend den Verein zu einem einflussreichen Faktor des Jaffaer Lebens ausbauen und das Vereinsturnen auch in den anderen Städten verbreiten wird. Eine vorübergehende Lähmung erlitt der Verein, als der Turnwart aus dem Lande ging, um in Bulgarien eine Stellung als hebräischer Lehrer einzunehmen. Mangels einer geschulten Leitung erlahmte das Interesse sichtbar und der Mangel an Geldmitteln hinderte den Verein an der Beschaffung eines geeigneten Turnplatzes. Bessere Zeiten brachen erst an, als das hebräische Gymnasium den Turnern die Benutzung seines Schulhofes, der von einem ansässigen Handwerker mit Geräten ausgestattet ist (siehe das Bild in unserer vorigen Nummer D. Red.), freigab. Auch die eigenen Turngeräte des Vereins werden jetzt dort aufbewahrt. Das hebräische Gymnasium ist die erste palästinensische Schule, die nicht nur die Wichtigkeit des Turnens erkannt, sondern auch einen regelmässigen Turnunterricht eingeführt hat. Herr Orloff, der Turnlehrer des Gymnasiums, befindet sich gegenwärtig zu weiterer turnerischer Ausbildung in Berlin, nachdem er vorher in Bern an einem dreimonatlichen eidgenössischen Turnlehrerausbildungskursus teilgenommen hat. Herr Orloff bedient sich bereits mit gutem Erfolge des hebräischen Kommandos und wird uns bei unseren bezüglichen Arbeiten zur Seite stehen. Ausser den zweimal wöchentlichen Turnstunden besteht am Gymnasium d'e Einrichtung der Turnpausen (auf je % Stunden Unterricht folg* Vi Stunde Pause), bei der die Kinder sich unter Aufsicht des

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