Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 6 (6.1908)
- Date
- 1908-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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118 No. 6 scheidendes Ereignis, die Gründung der Damenriege. Die günstige Stimmung benützend, war es unseren Turnern gelungen, 20 Unterschriften zu sammeln, so dass wir bald zur Eröffnung der Abteilung schreiten konnten; inzwischen hat sich die Zahl der Turnerinnen fast verdoppelt, der Turnbesuch ist sehr regelmässig (weit mehr, als es bei den Herren der Fall ist!), und so sind wir mit den Erfolgen durchaus zufrieden. Wir haben während des Winters noch drei Vereinsabende abgehalten, die jedoch nur für Mitglieder bestimmt waren. Es sprachen Herr B i c k a r t über „die grosseren jüdischen Hilfsorganisationen", Herr Bader über „die soziale Frage" und Herr Kauffmann über „Mendelssohn". Für die nächsten Monate haben wir Ausflüge und Turnmärsche in die V o g e s e n geplant. Die Vorturnerstunde in Köln werden wir beschicken und versprechen uns einen guten Erfolg. Dem Verband sagen wir unsern Dank dafür, dass er uns durch freundliche Einladung die Möglichkeil der Teilnahme bot. Wir hoffen, dass unsere Vorturner mit einem Schatz reicher Kenntnisse und Erfahrungen wiederkommen und den Ausbau unseres Vereinsturnens sodann kräftig fördern werden; sie sollen den Grundstock unseres Vereins bilden und ihm einen festen Bestand sichern. So rufen wir denn den in Köln vereinten Turnbrüdern ein herzliches „Hedad!" zu. R. Bader, Schriftführer. Wien. I. Wiener Jüdischer Turnverein. Die feierliche Eröffnung unserer neuen Turnhalle wurde auf Sonnabend, 30. Mai, V28 Uhr abends, verschoben. Anschliessend daran versammeln sich Gäste und Mitglieder im Restaurant Guth, II., Stephaniestr. 14, zu einer zwanglosen Unterhaltung. Am Dienstag, 12. Mai. veranstaltete die Sektion „Jug-Juda" einen grösseren Vortragsabend im Saale des Kongressbureaus, IX., Türkenstr. 9. Der aus der zionistischen Bewegung in Österreich wohlbekannte Herr Adolf Böhm, ein besonderer Kenner Palästinas, referierte an diesem Abend Uber das Thema „Praktische Gegenwartsarbeit in Palästina". Herr Böhm gab uns ein übersichtliches Bild der heutigen Zustände in Palästina, machte uns mit den bereits bestehenden und den neuerdings in Angriff genommenen Unternehmungen namentlich von zionistischer Seite bekannt, und wir glauben wohl, mit dem Erfolge dieses Abends ganz besonders zufrieden sein zu können. Am Sonntag, 17. Mai, unternahmen wir unter der bewährten Führung unseres Herrn Leop. Wessely einen strammen, ganztägigen Marsch, der uns über Baden, Helenenthal, Eisernes Thor, Schwarzensee, Peilstein, Altenmarkt nach Weissenbach a. Tristing führte. Wir konnten an diesem Tage so recht die landschaftlichen Schönheiten Nieder-Österreichs geniessen; begünstigt von herrlichem Wetter ging es abwechselnd durch Wälder, über Berge und Wiesen, und die Sstündige Wanderung stellte an die Kräfte der Teilnehmer ganz bedeutende Anforderungen, denen speziell die Damen in ausserordentlichem Masse gewachsen waren. A. B. Wien-Fünfhaus. Jüdischer Turnverein. Acht Jahre sind es nun, seit unser Verein seinen wechselvollen Kampf ums Dasein führt. Gar viele traten kampfesmüde aus unseren Reihen, die Führer selbst waren meist die ersten, die die Waffen streckten. Aber endlich stellen sich die Anzeichen des so lang ersehnten Erfolges ein. Mit Genugtuung können wir es heute sagen. Liess schon die Steigerung des Turnbesuches in letzter Zeit ein Wachsen der Teilnahm? der Bevölkerung für unseren Verein erkennen, so trat diese Tatsache überzeugend an unserem letzten Feste zutage, dass wir