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Jüdische Turnzeitung · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 10 181 Berlin. Bar Kochba. Der neue Arbeitsausschuss hat seine Tätigkeit aufgenommen und ein reichhaltiges Programm für das Winterhalbjahr aufgestellt. Ein Vortragszyklus begann am 6. Oktober mit einem Referat Dr. Israel Auerbachs über den achten Zionistenkongress. In einer einstündigen Rede entwickelte unser Vorsitzender aufs schärfste die Berührungs- und Trennungspunkte zwischen allgemein nationaliüdischer und speziell zionistischer Anschauung, und entwari ein klares Bild von der im Haag geleisteten Arbeit. Am 20. Oktober sprach Dr. Max Zirker über „Die Geschichte der jüdischen Turnbewegung'-. Es werden in Htägigen Abständen folgende Vorträge folgen: Sonntag, den 3. November: Herr Dr. Elias Auerbach über „Die jüdische Rassenfrage"; Sonntag, den 17. November: Herr Dr. Martin Friedländer über „Modeine jüdische Dichtung"; Sonntag, den 1. Dezember: Herr Dr. Eugen Täubler über „Das Lied der Deborah"; Sonntag, den 15. Dezember: Herr Dr. Oustav Witkowski über „Jüdische Politik". (Vor Beginn und nach Schluss der Vorträge werden Bücher jüdischen und turnerischen Inhalts aus der Vereins-Bibliothek verliehen.) Ein zweiter Zyklus, der im Januar beginnen soll, ist in Vorbereitung, eine grosse Propaganda- Versammlung im Januar geplant. Die Vorbereitungen für das am 30. November stattfindende Stiftungs- und Makkabäer-Fest sind im Gange. Den Glanzpunkt des Abends dürften diesmal die turnerischen Vorführungen bilden, deren Leitung wie immer in cien Händen des unermüdlichen Katzky liegt. Am 21. September fand die Rekruten-Abschiedsfeier statt. Von einem Abschied war allerdings kaum zu reden, da die vier Einjährig- Freiwilligen Burin, Moses, Bialler und Epstein sämtlich in hiesige Gardeicgimenter eingetreten sind. Die Abschiedsrede hielt Dr. Elias Auerbach; ferner sprachen Dr. Arndt, Dr. Israel Auerbach, und im Namen der „alten Krieger" Dr. Blum. In warmen und ernsten Worten, wie wir sie von unserem beliebten Humoristen kaum vermutet hätten, dankte Bialler für die Rekruten. — Warum nur fehlten auf diesem Feste fast all unsere Damen? — Am 17. Oktober hielten der Vorstand, der Arbeitsausschuss und die Abteilungsvorstände eins gemeinsame Sitzung ab. Es wurde über die einzelnen Abteilungen Bericht erstattet, wobei eine relativ erfreuliche Tätigkeit festgestellt wu:de; nur die Lehrlings- und die Mädchenabteilung hatten schwächeren Turnbesuch. Aber auch in den Männer-Abteilungen könnte noch wesentlich mehr geleistet werden. Besonders auffällig ist das fast regelmässige Fehlen unserer besten Turner, die doch dem weniger guten Turner erst die Möglichkeit zur weiteren Fortbildung bieten! Bei uns scheint das Reden zur Hauptsache zu werden, und das sollte doch nicht sein. Also: mehr turnen, weniger reden! — Zweiter Gegenstand der Sitzung war Durchberatung des Winterprogrammcs, den der Arbeitsausschuss vorgelegt hatte. Die reichen Anregungen wurden sämtlich genehmigt und zum Teil ergänzt. Wir hatten in den letzten Wochen das — leider seltene — Glück, einen der hervorragendsten jüdischen Turner bei uns turnen zu sehen: Richard Genserowski. Es wäre ein unschätzbarer Gewinn für uns, nur einen solchen Mann dauernd an uns zu fesseln, denn in Gegenwart von Genserowski zu turnen heisst für den jüdischen Turner soviel, wie für den Soldaten, vor dem Kaiser zu exerzieren. Cn. Am Sonntag, den 13. Oktober, fand unter der Leitung des Herrn Isidor Wolff eine Turnfahrt der I. Fraueuabteilung statt. Wir fuhren um S1 o Uhr nach Tegel und marschierten in schnellem Tempo nach Tegelort. Von da wanderten wir am See entlang über Conradshöhe nach dem romantisch zwischen See und Havel gelegenen Dorfe Heiligensee. Hier hielten wir

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