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Jüdische Turnzeitung · 1907-08-01 · 8 (8.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
8 (8.1907)
Date
1907-08-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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152 No. 8 Anschlnss der Deutschen Turnerschaft an die Zentrale für Voikswohlfahrt in Berlin angeregt. Weiter wurde die Frage geprüft, in welchem Umfange den Turnvereinen die für Schüler geltenden Vergünstigungen für ihre Schülerabteilungen zu gewähren seien. Man will in dieser Beziehung an die Eisenbahnverwaltungen herantreten. XIV. deutscher Turntag in Worms. Wir heben aus den Berichten der Tageblätter folgendes heraus: Es wurde beschlossen, dass in Zukunft die Wettspiele der Deutschen Turnerschaft einheitlich nach den Spielregeln des Zentralausschusses für Volks- und Jugendspiele stattfinden sollen. Für das Ringen wurde eine Anzahl neuer Bestimmungen angengommen. In der wichtigen Frage des Frauenturnens wurden noch folgende Anträge des Ausschusses debattelos angenommen: „Der einfachste und gangbarste Weg ist der Anschluss der Frauenabteilungen an die an demselben Orte bestehenden, zur deutschen Turnerschaft gehörenden Männerturnvereine. Es ist wünschenswert, dass zu den Beratungen in Kreisen und Gauen über frauenturnerische Angelegenheiten auch sachverständige Vertreterinnen des Frauenturnens zugezogen werden. Zur Förderung des Frauenturnens ist die Ausbildung der Leiter und Leiterinnen von Frauenabteilungen unbedingt erforderlich. Die Turnkleidung muss zweckentsprechend sein. Schnürleibchen und alle anderen, die Atmung und die freie Bewegung hindernden Kleidungsstücke sollen unstatthaft sein. Als Fussbekleidung dienen bequeme Schuhe ohne Absätze oder solche nur mit niederen Absätzen. Schauturnen vor geladenen Gästen und Vereinsangehörigen dürften immer zur Förderung des Frauenturnens beitragen. Bei allem öffentlichen Auftreten aber ist grosse Zurückhaltung und Vorsicht geboten. Es erscheint wünschenswert, dass bei Kreis- und Gaufesten die turnerischen Darbietungen auf dem Gebiet des Frauenturnens in cister Linie von ortsansässigen Frauenabteilungen veranstaltet wurden. Die Teilnahme von Frauenabteilungen an Festziigen ist nicht zu gestatte n." Bei der Behandlung des nächsten Punktes der Tagesordnung kam es zu recht lebhaften Debatten. Er betraf einen Antrag des Maingaus und forderte den Turntag auf, „politische Machinationen wie die Anfeindungen der Arbeiterturnvereine in Nr. I der „Deutschen Turnzeitung" zu missbilligen, da solche Machinationen den Grundsätzen der Deutschen Turnerschaft widersprächen und geeignet wären, die Turnvereine und überhaupt die Deutsche Turnerschaft aufs schwerste zu schädigen." Der Antrag w urde vom Stadtverordneten S t a d t m ü 11 e r - Offenbach begründet. Der Antrag habe keinerlei politische Tendenzen. Er gehe von dem Gedanken aus, dass die Politik mit der Turnerei nichts zu tun habe. (Zuruf: Wie steht es mit der Vaterlandsliebe?) Das ist ein Punkt, über den sich streiten lässt. (Minutenlange, stürmische, lärmende Unterbrechungen. Schlussrufe. Ein Teil der Mitglieder stimmt das Lied „Deutschland, Deutschland über alles!" an. Der Redner versucht wiederholt, weiterzusprechen — er kann sich aber kein Gehör verschaffen. (Er t r i 11 d a h e r a b.) Es läuft eine grosse Anzahl Schlussanträge und Antiäge auf Uebergang zur Tagesordnung ein, ausserdem folgender Antrag des neunten Kreises, dem der Maingau angehört: „Der Antrag des Maingau enthält einen durchaus ungerechtfertigten Vorwurf in verletzender Form gegen den Ausschuss. Der 14. Deutsche Turntag spricht seine Missb i 11 i g u n g darüber aus, dass der Antrag vom Maingau überhaupt gestellt worden ist, und weist darauf hin, dass der Maingau mit diesem Antrag die vaterländischen Aufgaben der Deutschen Turnerschaft

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