Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 3 (3.1907)
- Date
- 1907-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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47 Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preussen im Jahre 1905. Auf Grund seiner statistischen Untersuchungen kommt Dr. Arthur Ruppin zu folgenden Ergebnissen, die ein bedenkliches Licht auf die durch die Assimilation geschaffenen biologischen Erscheinungen bei den preussischen Juden werfen: 1. Die Geburtsrate beträgt bei Christen 33,47, bei Juden 17,56 auf je 1000 Einwohner, die der Juden ist also um die Hälfte kleiner als die der Christen! 2. Die Totgeborenen machten aus: bei den Geborenen aus christlichen Ehen 2,90 pCt. „ „ „ „ jüdischen „ 2,86 „ „ „ „ „ Mischehen (mit christlichem Mann^ 4,69 „ 3. Die Mischehen nehmen ständig zu, sie stiegen von 19,49 pCt. im Jahre 1903 auf 23,63 pCt. aller rein jüdischen Eheschliessungen, das ist fast ein Viertel! 4. Die H e i r a t s z i f f e r der Juden ist beträchtlich niedriger als die der Christen; es bleiben bei den Juden in Preussen verhältnismässig erheblich mehr Personen ledig als bei den Christen. 5. Die natürliche Zunahme der Bevölkerung geht bei den preussischen Juden immer mehr zurück. Sie betrug 1905 von je 1000 Einwohnern: bei den Christen 12,93 „ Juden 3,34 Die Juden vermehren sich also nur etwa ein Viertel so stark als die Christen! Blonde Juden. In der Zeitschr. f. Dem. u. Stat. d. Jud. unterwirft Herr Dr. Maurice Fishberg in New-York die Frage der Herkunft des blonden Elements im Judentum einer Untersuchung, die zu folgenden Resultaten gelangt : Blonde Juden werden überall angetroffen, doch nicht überall im gleichen Verhältnis; je nach den Ländern schwankt dieses von 30 pCt. Blondhaarigen und 50 pCt. (!) Helläugigen bis zu 5 pCt. Hellhaarigen hinunter. Die blonden Juden Osteuropas haben nicht die Charakteristika der Teutonen, sondern der Slawen. Die geographische Verteilung der blonden Juden in Ost- und Mitteleuropa entspricht nicht der bei der nichtjüdischen Bevölkerung beobachteten Regel. Unter den Christen findet man die meisten Blonden im Norden, unter den Juden in den Süd- und Ostprovinzen Deutschlands und Österreichs. Der blonde Typus konnte nur durch •Mischehen erworben werden, denn klimatische Einflüsse können nicht in Präge kommen. Tuberkulose-Sterblichkeit In Chicago. Theodor B. Sachs. Tuberculosis in the Jewish District of Chicago (Tuberkulose in dem jüdischen Distrikt von Chicago.) Journal of the American Medial Association 1904, 6. August. Die Statistiken von Sachs stimmen nicht mit den von Rilling Uberein, wonach die Tubekulose unter den Juden in Amerika selten sein soll. Nach Sachs' Untersuchungen ist sie im Gegenteil sehr häufig infolge der un-