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Jüdische Turnzeitung · 1906-11-01 · 11 (11.1906) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
11 (11.1906)
Date
1906-11-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 11 187 seit Jahren zu machen unterfangen, ohne dass es ihnen all die Jahre hindurch geschadet hätte. Sie gaben sogar an, ihr Arzt hätte es ihnen erlaubt. Um aber darüber nicht länger im Unklaren zu bleiben, beschloss ich, mich massgebenden Ortes zu erkundigen und begab wich zunächst zum Anatomen Hofr. Prof. Dr. Emil Zuckerkandl, der speziell über Hernien sehr viel gearbeitet hat, und befragte ihn darüber: »Ja schaun's, Fräul'n," sprach er zu mir, „das ist eine heikle Geschichte. Erstens fragt sich, was für Übungen? Freiübungen dürften nicht schaden. Gerätübungen aber, zum Beispiel am Reck — ja sehen Sie — ich für meine Person, ich möchte es nicht tun und kann es daher auch nicht einem andern raten. Freilich muss ich zugeben, dass bei gut sitzendem Bruchband es nicht schaden dürfte. — Dann fragt es sich auch, wie gross der Bruch «t; ob zwar, wissen Sie?, ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade ein kleiner Bruch sich eher einklemmt, als ein grosser. Also, wie gesagt, riskant ist es auf jeden Fall, ich möcht's nicht tun." In meinem Selbstbewusstsein ganz bedeutend gestärkt, triumph- Ierte ich schon im Stillen über die Ärzte, die das Turnen gestattet hatten, begab mich aber noch vorsichtshalber zum Chirurgen Prof. ^r. Hochenegg. Dieser sprach wie folgt: „Wir Chirurgen halten's im Allgemeinen so: Die erste Bedingung ist, dass das Bruchband fest sitzt, und was jetzt das Band verträgt, solche Übungen darf man machen. Um das zu eruieren, S°N ein Arzt nach jeder Übungsart untersuchen, ob das Band noch e°enso festsitzt, wie vorher. Vor zu vagen Übungen möchte ich a*>er auf jeden Fall warnen." Dies die massgebenden Stimmen der Jetztzeit. Möge sich der geneigte Leser danach richten. Hedwig Donath, Wien. * * * Unser sachverständiger Freund Dr. Blum, dem wir diesen Auf*atz zur Meinungsäusserung vorlegten, macht dazu folgende Nachschrift: Gestatten Sie mir, meine persönliche Ansicht dahin kundgeben, dass bei Leisten- und Schenkelbrüchen, die durch ein tadel- |0s sitzendes Bruchband dauernd und sicher zurückgehalten werden, •>ede Übung ausgeführt werden kann und darf. Es wird sich nur

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