Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 4 (4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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No. 4 69 Trost; Schriftführer: Emil Hönig, Stellvertr.: Leopold Klein; Zeugwart: Siegfried Morgenstern, Stellvertr.: Siegf. Weil; Kassenrevisoren: Wilh. Trost, Ignaz Knöptlmacher. Schiedsgericht: Vorsitz.: Herr Dr. Josef Winter. Beisitzer: Herr L G.R. Dr. Em. Weber, Herr LCR. David Kornitzer. Wien. Turnverein „Zion" in Fünlhaus. Am 11. Februar 1. J. fand die diesjährige Generalversammlung unseres Vereines statt. Präsident Dr. Margulies erstattete den Rechenschaftsbericht. Aus demselben war zu entnehmen, dass der Verein in turnerischer Hinsicht sehr erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Mit besonderer Befriedigung verwies der Vorsitzende auf die Anerkennung, die den Leistungen unserer Turner seitens des k. k. Turnprofessors Guttmann gezollt wurde. Nachdem der Präsident noch die ungünstige materielle Situation des Vereins beleuchtet hatte, erklärte er eine gründliche Sanierung des Vereins für unerlässlich und bedauerte nur, infolge Überbürdung durch zionistische Ämter diese Aktion nicht selbst durchführen zu können. Hierauf wurde der Kassabericht erstattet. Nach Erteilung des Absolutoriums wurden die Wahlen vorgenommen welche folgende Resultate ergaben: Obmann: Dr. S. Kreuzberger, Schuldirektor; Obmann- Stellvertreter: Bernh. Herzog; I. Schriftführer: cand. ing. Alfr. Bonhardi; Schriftführer: Hugo Königsberg; Kassierer: Emil Österreicher; Turnleiter: Hugo Rechnitzer; Material Verwalter: cand. ing. Jenö Klein; Beiräte: Fräulein Adele Löbiscti, Siegf. Wollner, Th. Jellinek; Revisoren: Dr. J. Margulies, Adolf Böhm, Oswald Weiss. A. B. Der I. Wiener Jüdische Turnverein veranstaltete am 31. Mörz 190B ■n> Kursalon im Stadtpark ein Schauturnen, das einen sehr erfreulichen Verlauf nahm. Etwa 600 Personen waren in dem geräumigen Saale versammelt und folgten mit regstem Interesse den vortrefflichen turnerischen Leistungen. Den ersten Programmpunkt bildeten Stabübungen, ausgeführt von der Männerabteilung. Eingeleitet wurden diese Übungen mit einem 'adellosen Aufmarsch, der einen Zionsstern darstellte. Dann folgten die Freiübungen der Damenabteilung, welche mit besonderer Grazie und Regel- Lässigkeit ausgeführt wurden. Sodann kam das Geräteturnen, und zwar turnte die erste Riege Reck, die zweite Barren, die dritte (Alte Herren- Riege) Pferd quer, die vierte Bock und die fünfte Hochspringen mit Schrägten. Die Darbietungen befriedigten Kenner wie Laien in höchstem Maasse. Ein von 16 Turnern ausgeführtes Keulenschwingen folgte, und an dieses schloss sich das, einen würdigen Abschluss des Schauturnens bildende Barrenspringen der Musterriege. Ein Beifallssturm belohnte alle diese Darbietungen und steigerte sich aufs Höchste, als die Musterriege alle ohnehin vortrefflichen Leistungen des Abends stets überbot und die Zuschauer durch immer neue, schwierigere Leistungen verblüffte. Besonderer Dank und Anerkennung gebührt unstreitig dem 1. Turnwart, Herrn Turnlehrer Rudolf pollak, der mit Verständnis, Unermüdlichkeit und Umsicht seinen Turnern, die ihm allerdings mit Energie und bestem Willen wacker zur Seite standen, solche Fertigkeiten beizubringen wusste. Das dem Schauturnen sich anschliessende Tanzkränzchen hielt Turnerinnen, Turner und Gäste wohlvergnügt bis in die frühen Morgenstunden beisammen. Die spontanen Ovationen, die die begeisterte Turnerschatt ihrem Lehrer entgegenbrachte, waren wohlverdient. Gerne werden sich auch in Zukunft die jüdisahen