Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 1/2 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1/2 2» Feuilleton. Der Purlmball oder Liebe und Hiebe. Von Jollu Berfer, Cöln. Eine Komödie ohne Ausstattung, aber mit etwas Judentum, Gesang und Tanz. PERSONEN: Moritz Moses. tÄa } Töchter. ^™hard J Mitglieder des jodischen Turnvereins. Vier Tarner, sechs Turnerinnen. Die Komödie spielt in einem dreitürigen Zimmer, seitwärts ein praktikables Fenster, Tisch, Sofa usw. 1. Szene. Frieda, Rebekka. Auch andren Leuten, dass ich's nur gestehe, Gefallt ein solch Betragen nicht — Wenn ich da deinen Bernhard sehe, Wenn er vom Judentume spricht, Wie hell da seine Augen strahlen, Und wenn er gar vom Turnverein Spricht und von seinen Idealen, Da möcht' ich manchmal Frieda sein! Frieda Nein, liebe Schwester, spare dein Flehen, Ich sagt's oft genug, mein liebes Kind: Ich werde nicht zum Purimball gehen, (wegwerfend) Weil mir da zuviel Juden sind. Rebekka Nun hör', das wird ja immer schlimmer 1 Sehr unrecht ist's, wenn man so denkt. Du bist 'ne Jüdin und bleibst es immer, merk' dir, wenn es dich auch Das kränkt. Frieda (böse) Du brauchst dich drum nicht zu erregen, Wir werden doch nie einig sein, Mir ist mal am Judentum nichts gelegen Und erst recht nichts am jüdischen Turnverein. Bernhard (»Pringt durch das offene Fenster in das Zimmer, mit scherzhaftem Pathos) wer ist das, der sich will erfrechen, 00 schnöd vom Turnverein zu sprechen? Rebekka (etwas aufgebracht) Denk, Frieda will nicht mit zum B«He gehnt M Bernhard Na. das wäre doch noch schöner als schön! 2. Szene. Die Vorigen, Bernhard. (Zu Frieda schmeichlerisch) Gelt doch, du gehst mit zum Turnverein — Pass mal auf, wir setzen uns da ganz allein In eine der schönen, lauschigen Ecken Und fangen an Pralines zu schlecken, Woll'n alle bösen Gedanken begraben Und immer nur denken, wie lieb wir uns haben. Frieda Also bleibst du den ganzen Abend bei mir?