Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 1/2 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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14 No. 1/2 freiheit sehr behindert. Erst der Herbst brachte der I. Männer-Abteilung wieder eine eigene Halle, in der sie die gewohnte Starke bald zurückerlangt haben wird. Einen regen Eifer entfaltet die in der Hauptsache aus osteuropäischen Juden bestehende II. Manner-Abteilung, der von der jüdischen Gemeinde die neue Turnhalle in der Kaiserstrasse überlassen wurde. Das im Oktober von der III. Manner-Abteilung, in Verbindung mit der II. Frauen-Abteilung, abgehaltene Schauturnen lehrte uns den Wert turnerischer Veranstaltungen in kleinerem Maassstabe; beide Abteilungen haben seitdem wesentliche Fortschritte zu verzeichnen. Die IV. Manner- Abteilung und die I. Frauen-Abteilung wurden durch diese Erfolge zu einem gleichen Debüt angespornt, das für den 18. Februar in Aussicht genommen ist. In den Frauen-Abteilungen schien es eine Zeit lang, als ob unsere Idee unter den Turnschwestern nicht mehr die alte Kraft besBsse, jedoch Ist auch dort eine Wendung zum Besseren eingetreten. Volkstümliches Turnen und Spielen auf unserem Turnplatz in Reinickendorf, regelmässige Turnfahrten boten auch in diesem Semester willkommene Anregung, den Schluss der Turnsonntage bildete ein Barlaufwettspiel. Wir können hoffen, dass wir nach Lösung der Vorturnerfrage einen befriedigenden turnerischen Betrieb zu gewärtigen haben. Der vom Kassenwart, Herrn Arthur Hirsch, gegebene Bericht zeigte uns, dass sich auch die Finanzen des Vereins allmählich heben und wir bald In der Lage sein werden, unsere Schulden zu tilgen. Immerhin müssen bei einem Etat von annähernd 5000 Mark die relativ geringen Beiträge von 2900 Mark auffallen! Zur Deckung der Unterbilanz beschliesst die Generalversammlung einen „BarKochba-Fonds" zu gründen, in den alle Sammlungen und Zuwendungen der Mitglieder (Hessen sollen. Die Arbelt des national-jüdischen Komitees, über die Herr Georg Wolff berichtete, wurde durch die allgemeine Lage des Vereins nicht begünstigt. Bei den vielen Schwierigkeiten, mit denen der Verein zu kämpfen hatte, war unter den Mitgliedern wenig Sinn vorhanden, sich an der nBtional-jüdischen Propaganda zu beteiligen. Gleichwohl Ist auch hier Erspriessliches geleistet worden. Die Herren dieser Kommission verdienen für ihre intensive Tätigkeit, die sich namentlich auf die Einrichtung regelmässiger Vorträge erstreckte, Anerkennung. Nach den Berichten des Zeugwarts und der Kassenrevisoren wurde dem Vorstande Decharge erteilt und zu den Neuwahlen geschritten. Aus diesen ging der folgende Vorstand hervor: 1. Vorsitzender Dr. Israel Auerbach, Wilmersdorferstr. 94; stellvertr. Vors. Referendar Julius H e 11 b r u n n; Turnwart Dr. Richard Blum; stellvertr. Turnwart Ingenieur Julius Katzky; Schriftführer Erich Burin, Crefelderstr. 5; stellvertr. Schriftführerin Gertrud Weinberg; Kassenwart Arthur Hirsch; Beisitzer Ernst Hermann und Bruno D o b r z y n s k i. Mit der Besetzung der Kommissionen wird der neue Vorstand beauftragt.